Zu viele Fahrkarten

Rostocker HC – Füchse Berlin Reinickendorf II 23:24 (10:15)

Rostock Ihren Platz an der Tabellenspitze der Oberliga Ostsee- Spree haben die Damen des Rostocker HC nach nur einem Spieltag wieder verloren. Am Samstagabend verlor der RHC sein Heimspiel gegen die Zweitvertretung der Füchse Berlin Reinickendorf mit 23:24 (10:15). Damit endete die Serie von 16 ungeschlagenen Heimspielen, die insgesamt 477 Tage andauerte. Die letzte Niederlage auf eigenem Parkett hatten die Dolphins am 17. November 2018 gegen den VfV Spandau hinnehmen müssen. In der Tabelle hat man nun wieder zwei Punkte Rückstand auf Pfeffersport. Nach Minuspunkten liegen die Rostockerinnen gleichauf mit Schwerin (Platz 4), wobei Grün Weiß zwei Spiele weniger absolviert hat.

In der Begegnung des 21. Spieltags erwies sich die enttäuschende Leistung im ersten Durchgang und ein daraus resultierender 5- Tore- Rückstand zur Pause als letztendlich zu schwere Bürde für die Damen von Trainerin Ute Lemmel. Die Gastgeberinnen gingen durch einen verwandelten Siebenmeter von Celin Kellert mit 1:0 in Führung, doch nur wenige Augenblicke später sahen sie sich mit 1:3 in Rückstand (5.). Eine frühe Überzahl konnten die Delfine anschließend nutzen, um auszugleichen: Victoria Schlegel traf zum 3:3. Insgesamt bot der RHC eine ähnliche Vorstellung wie in den vorangegangenen Spielen. Zu passiv in der Verteidigung, zu wenig effektiv im Angriff- das Rostocker Spiel zeigte die gleichen Symptome. Die Gäste aus Berlin nutzten ihre Möglichkeiten, und Saskia Kobien konnte das 5:8 erzielen (17.). Ute Lemmel bat ihr Team daraufhin an die Bank und probierte, es auf Kurs zu bringen. Doch so richtig wollte dies nicht gelingen. In der Abwehr kam man weiter zu oft den entscheidenden Schritt zu spät, nach vorn leisteten sich die Lemmel- Damen zu viele Fahrkarten im Abschluss aus vielversprechender Position. Exemplarisch sei hier die 29. Minute erwähnt. Torhüterin Sara Peters verhinderte bravourös eine Doppelchance der Füchse, doch im Gegenzug wurde der Ball leichtfertig vertändelt, so dass die Gäste in Person von Leonie- Teresa Bohle noch vor dem Halbzeitpfiff auf 10:15 stellen konnten.

Dass deutlich mehr in ihnen steckt, bewiesen die Rostock Dolphins nach dem Wiederanpfiff. In der Deckung nahm man die Gäste aus Berlin nun deutlich früher an und störte sehr erfolgreich. Nicole Rotfuß verkürzte in Unterzahl auf 13:15 (35.). Defensiv konnte die RHC- Sieben fortan überzeugen, nach vorn deutete sich eine Verbesserung an, auf die der Rostocker Anhang allerdings noch warten musste. Trotz guter Möglichkeiten war den Gastgeberinnen ein früher Ausgleich nicht vergönnt. Berlin Reinickendorf beendete stattdessen die eigene Durststrecke und erhöhte den Vorsprung wieder. Josephine Dähne traf zum 13:16 (39.), Fabienne Büch zum 14:18 (41.). Davon ließen sich die Rostockerinnen aber nicht entmutigen. Sie zeigten Moral und erhöhten noch einmal die Schlagzahl. Leider gelang es ihnen nicht, die eigene Fehlerzahl entscheidend zu korrigieren. Ein Fehlwurf hier, ein Schritt zu viel da- rückblickend war deutlich mehr drin. Ob ein früherer Ausgleich als beim 19:19 durch Frances Krüger (53.) den Delfinen die nötige Sicherheit für eine erfolgreiche Schlussphase gegeben hätte, bleibt reine Spekulation. Fakt ist, dass Nicole Rotfuß ihre Mannschaft in der 56. Minute zwar zum zweiten Mal in dieser Partie in Führung brachte (21:20), die Füchse aber antworten konnten. Und leider ist es auch Tatsache, dass der RHC beim Stand von 23:23 den Ball verlor und Berlins Mira Marschand mit dem Schlusspfiff das 23:24 gelang. Somit stand am Ende ein glücklicher Sieg für die Füchse Berlin Reinickendorf II, der aufgrund der starken ersten Halbzeit aber mehr als verdient war.

„Ich bin furchtbar stolz auf meine Mannschaft“, gab Gäste- Trainerin Bianca Trumpf nach Spielende zu Protokoll. „Für mich war die erste Halbzeit ausschlaggebend. Wir haben eine gute Abwehr gestellt und vorn gut  abgeschlossen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zu viel Tempo zugelassen. Am Ende hatten wir das Glück auf unserer Seite“, so Trumpfs Fazit. Das viel zitierte Glück war auch ein Teil des Statements von Ute Lemmel: „Wir haben unseres aufgebraucht. Insgesamt waren wir zu blauäugig, haben in der Abwehr keinen Zug bekommen. Letztendlich war es aber die Torwurfeffektivität. Wenn Du so viel liegen lässt, dann verlierst Du verdient.“ Am kommenden Wochenende reisen die Dolphins zum Tabellenletzten. Am Sonnabend ist man um 16.30 Uhr beim HC Angermünde zu Gast. Nach einem freien Wochenende erwartet der RHC anschließend am 28. März um 16 Uhr Fortuna Neubrandenburg.       

Spielfilm:
1:3 (5.), 3:4 (10.), 4:5 (15.), 7:10 (20.), 9:13 (25.), 10:15 (Hz.) – 13:15 (35.), 14:17 (40.), 15:18 (45.), 16:19 (50.), 20:20 (55.), 23:24

Siebenmeter:
RHC: 6/4, Füchse: 3/2

Zeitstrafen:
RHC: 6 Minuten, Füchse: 12 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
L. Clasen, S. Peters – V. Bladt (2), L. Johannisson, A. Rohde, F. Krüger (3), C. Kellert (1/1), L. Bunke (4), J. Böhme (1), H. Strack, A. Fränk (4/2), N. Rotfuß (4), V. Schlegel (2/1), S. Powierski (2)


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