Dolphins retten sich über die Ziellinie

Rostocker HC – VfV Spandau 21:20 (13:9)

Rostock Die Damen des Rostocker HC haben auch ihr drittes Spiel der neuen Oberligasaison gewonnen. Im Duell gegen den letztjährigen Meister, den VfV Spandau, blieben die Ostseestädterinnen am Sonnabend denkbar knapp mit 21:20 (13:9) siegreich. In der Tabelle steht der RHC nun mit 6:0 Punkten auf dem zweiten Platz und folgt mit einem Punkt Rückstand auf die Zweitvertretung der Füchse Berlin, die am Sonntag beim 22:22 in Schwerin einen Zähler mitnahmen. 

Die ersten 20 Minuten der Begegnung verliefen auf Augenhöhe. Beide Teams waren mit zwei Erfolgen ins neue Spieljahr gestartet und zeigten viel Selbstbewusstsein. Spandaus Nina Sandhop glich zum 8:8 aus, doch anschließend erspielte sich der Rostocker HC ein Übergewicht. Man war bemüht, aus dem Rückraum druckvoll zu agieren und ließ bis zur Pause nur noch einen Gegentreffer zu. Zwar blieben die beiden Außen zu oft sprichwörtlich „außen vor“, doch durch eine gut rückende Defensive und einer glänzend aufgelegten Sara Peters im Kasten, gab der RHC nun den Ton an. Zur Pause führten die Gastgeberinnen mit 13:9.

Der Auftakt in den zweiten Durchgang gelang den Rostockerinnen noch einigermaßen. Sophie Powierski markierte das 14:9- ein Vorsprung, von dem man bis zum Spielende zehren sollte. Dass die gesamte Torausbeute bis zum Schlusspfiff so gering ausfallen würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu vermuten, hatte aber mehrere Ursachen. Durch zahlreiche Strafzeiten beiderseits in einer nicht übermäßig unfairen Partie entwickelte sich ein sehr zäher zweiter Teil der Veranstaltung. Auch das Wurfglück war den Einheimischen nicht hundertprozentig hold. Siebenmal wurde die Qualität des Marieneher Aluminiums getestet. Außerdem war die Effektivität im Umkehrspiel zu gering. Da sich auch der VfV Spandau in der Vorwärtsbewegung schwertat und gegen Sara Peters immer wieder zweiter Sieger war, blieb der RHC in Führung. Das 20:17 per Siebenmeter durch Frances Krüger (54.) hätte durchaus die nötige Sicherheit geben können, das Spiel sicher nach zu Hause zu bringen. Hier blieb allerdings der Wunsch Vater des Gedankens. Spandaus in Halbzeit 2 bestens aufgelegter Linksaußen, Alicia Schwarz, und Sarah Herz sorgten für das 20:19- knapp zwei Minuten waren noch zu spielen. Letztendlich beendete Nicole Rotfuß mit einer energischen Einzelaktion die fünfminütige Durststrecke ihrer Mannschaft (21:19/ 59.). Die Geschichte war allerdings noch nicht zu Ende:  Die Gäste kamen noch einmal auf. Kurz vor Beginn der letzten Minute kassierte Hanna Strack eine 2- Minuten- Strafe. Den folgenden Siebenmeter verwandelte Ulrike Kuhlmey zum 21:20. Eine Minute galt es für den Rostocker HC noch zu überstehen, und Spandau bekam noch einmal den Ball. 16 Sekunden vor dem Ende nahm Trainer Marcel Wiesner eine Auszeit und gab den letzten Angriff vor. Seine Damen warfen noch einmal, und der Ball zappelte im Netz. Fragende Blicke zum Unparteiischengespann- dann die Erlösung: kein Tor, die Zeit war bereits abgelaufen. Die Rostock Dolphins hatten den knappen Vorsprung über die Ziellinie gerettet.

Als fairer Verlierer zeigte sich VfV- Trainer Marcel Wiesner nach Spielende. Er lobte die Rostocker Torhüterinnen und bemerkte, dass „Rostock das hinten richtig gut gemacht hat. Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu spät zurückgefunden.“ Ute Lemmel war verständlicherweise aufgrund des knappen Ausgangs erleichtert, sah aber auch genug Baustellen in ihrer Mannschaft: „Ich hätte mir etwas mehr Konsequenz im Abschluss gewünscht, da müssen wir mit noch mehr Druck kommen. Mit der Anzahl der Gegentore können wir natürlich zufrieden sein, müssen in einer so engen Schlussphase aber auch noch cleverer agieren.“ Am kommenden Wochenende ist ihre Mannschaft spielfrei, da das Rostocker Juniorteam in der A- Jugend- Bundesliga gefordert ist. Recht ungewöhnlich geht es für die Dolphins am übernächsten Sonnabend weiter. Im dritten Heimspiel hintereinander empfängt man den TSV Altlandsberg (5. Oktober, 16 Uhr, Marienehe). Mit 1:7 Punkt steht der nächste Gegner momentan auf Platz 12 der Tabelle.

Spielfilm:
2:1 (5.), 4:5 (10.), 7:7 (15.), 9:8 (20.), 11:8 (25.), 13:9 – 14:11 (35.), 15:13 (40.), 17:13 (45.), 18:15 (50.), 20:17 (55.), 21:20

Siebenmeter:
RHC: 8/7; VfV: 7/5

Zeitstrafen:
RHC: 8×2 Min, VfV: 9×2 (inkl. rote Karte gg. I. Herz)

So spielte der Rostocker HC:
N. Berger, S. Peters – L. Dalinger (2), C. Kordt, L. Johannisson, A. Rohde, F. Krüger (3/1), C. Kellert (2), L. Bunke (1), H. Strack (1), A. Fränk (5/4), N. Rotfuß (3), V. Schlegel (2/2), S. Powierski (2)


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