Rostocker HC – TSG Ketsch 1902 27:27 (15:14)

Rostock Wann sieht man schon einmal eine ehemalige Nationalspielerin wie eine C-Jugendliche, die gerade ihr erstes Tor erzielt hat, über die Fläche hüpfen? 59:57 Minuten stehen an der Anzeigetafel der Fiete-Reder-Halle in Marienehe, der Tabellenzwölfte der zweiten Bundesliga führt mit 27:26 im Relegationshinspiel zur zweiten Bundesliga und Nele Reimer darf für den Rostocker HC noch einen Strafwurf ausführen. Die Rückraumspielerin der Dolphins hämmert den Ball förmlich halbrechts unten ins Tor und ist wenig später im Pulk ihrer jubelnden Mitspielerinnen verschwunden. Die Rostock Dolphins haben mit dem Unentschieden gegen die Kurpfalz Bären nicht nur eine gute Ausgansposition für das Rückspiel am kommenden Samstag gelegt, sondern sich mit ihrem überzeugenden Auftritt selbst Maßstäbe für die Zukunft gesetzt.

Im ersten Relegationsspiel zur zweiten Bundesliga empfingen die Rostock Dolphins am Mittwochabend die Kurpfalz Bären und wollten sich nach dem überzeugenden Auftritt am Samstag gegen die SG Schozach-Bottwartal eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am kommenden Samstag um 18:00 Uhr in Ketsch legen.

Vor über 350 Zuschauern in Marienehe wollten die Dolphins von Beginn an unter Beweis stellen, dass sie keine Angst vor dem Zweitligisten, der in der abgelaufenen Spielzeit immerhin 12 Siege für sich verbuchen konnte, haben. Aus einer sicheren Abwehr um eine im ersten Durchgang überragenden Sara Peters im Tor agierten die Gastgeberinnen mutig und schnell nach vorn. Gleich zwei Strafwürfe konnten die Gäste bis zur 5. Spielminute nicht verwandeln, während die Delfine, allen voran vor allem im ersten Durchgang Britt Punzius (8), im Umkehrspiel immer wieder erfolgreich abschließen konnten. Sicher, die Dolphins ließen dabei noch die eine oder andere Chance gegen den stark mitspielenden Zweitligisten liegen, aber das 15:14 für die Ostseestädterinnen nach den ersten 30 Minuten war durchaus leistungsgerecht.

Es blieb auch im zweiten Durchgang ein spannendes Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften. Wer gedacht hatte, beim Drittligisten würde mit zunehmender Spielzeit ein Kräfteverschleiß eintreten, sah sich getäuscht. Konditionell waren bei beiden Mannschaften keine Unterschiede zu sehen. Was die Kurpfalz Bären an Cleverness und Zweitligaerfahrung in die Waagschale werfen konnten, machten die Dolphins durch mannschaftliche Geschlossenheit und Kampfgeist immer wieder wett. Selbst als Lidia Halawczak in der 47. Minute nach einer unglücklichen Aktion eine direkte rote Karte sah und 10 Minute später Megan Pieth nach der dritten Zeitstrafe disqualifiziert wurde, kam es zu keinem Bruch im RHC-Spiel. So war das 27:27 nach 60 Spielminuten absolut leistungsgerecht, hatten doch beide Teams den begeistert mitgehenden Zuschauern eine Leistung geboten, die durchaus als zweitligareif eingeschätzt werden kann. Leider wird in der kommenden Saison nur eine der beiden Vertretungen in der zweiten Bundesliga antreten dürfen.

Dolphins-Trainer Dominic Buttig ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft eine realistische Chance darauf hat: „Wir haben uns eine gute Ausgangslage für das Spiel am Samstag geschaffen, uns trotz der Widrigkeiten nicht unterkriegen lassen. Wir können mit einem guten Gefühl nach Ketsch fahren, weil wir gesehen haben, dass wir nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen können. Auch weil wir heute nur 27 Gegentore bekommen haben, können wir die Fahrt nach Ketsch mit viel Selbstvertrauen antreten. Wir haben gegen einen wirklich guten Zweitligisten ganz stark verteidigt, sicher auch mit einer mir ersten Durchgang überragenden Sara Peters im Tor.“

OM

Spielfilm:
0:1, 3:2, 6:7, 10:9, 12:13, 15:13, 15:14 – 16:14, 20:18, 20:20, 21:22, 24:25, 26:25, 26:27, 27:27

Siebenmeter:
RHC: 4/4, TSG: 8/6

Zeitstrafen:
RHC: 12 Minuten (inklusive 2 x Rote Karte), TSG: 10 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
Sara Peters, Lena Clasen, Kiana Zidorn – Vanessa Bladt, Britt Punzius (8), Liza Johannisson, Nele Reimer (9/4), Sonia Siemko, Jana Grützner (1), Lidia Halawczak (2), Jana Kokot (1), Finia Wolf (2), Patryca Drewnik, Jette Köppen (1), Megan Pieth (2), Nicole Rotfuß (1)