Rostocker HC – SV Henstedt-Ulzburg 35:29 (19:18)

Rostock Am Ende waren sich beide Trainer einig: „Rostock hat letztlich sicher verdient gewonnen, wenn auch vielleicht etwas hoch“, so Gästetrainer Christian Gosch unter dem zustimmenden Nicken von Dolphins-Coach Dominic Buttig. Nach einem über weite Strecken spannenden Spiel konnte der Tabellenführer auch seinen letzten Heimauftritt in der Nord-Ost-Staffel der dritten Liga für sich entscheiden und so die Punktebilanz vor der letzten Partie am kommenden Wochenende beim VfL Stade auf 38:4 ausbauen.

Dominic Buttig musste weiterhin auf die Verletzte Lara Brezenci verzichten. Aus Krankheitsgründen ebenfalls nicht dabei sein konnten Sara Peters im Tor sowie Antonia Fränk und Julia Hinz. Dafür war nach ihrer Verletzung erstmals wieder Liza Johannisson dabei, die sich gleich zweimal in die Torschützenliste eintragen konnte. Auf der Torhüterposition rückte aus dem Juniorteam Kiana Zidorn in den Kader und zeigte im zweiten Durchgang eine ebenso überzeugende Leistung wie in den ersten 30 Minuten Lena Clasen.

Der Start in das Match vor den gut 350 Zuschauern in der Fiete-Reder-Halle in Marienehe kann aus Sicht der Dolphins als durchaus gelungen bezeichnet werden. Durch einen Doppelpack von Nicole Rotfuß (8 Tore) legten die Gastgeberinnen mit 2:0 vor, wenig später erhöhte Nele Reimer, mit 10 Treffern erfolgreichste Torschützin bei dein Einheimischen, durch einen verwandelten Strafwurf auf 3:1. Als Linkshand Celin Kellert dann sogar das 4:1 erzielte (4.), schien der Favorit in der richtigen Spur zu sein.

Aber allmählich kamen die Gäste besser in die Partie, zeigten, warum sie im Hinspiel den Delfinen nur knapp mit 29:31 unterlegen waren. Durch fünf Treffer in Folge machte Henstedt-Ulzburg bis zur 15. Spielminute aus einem 6:8-Rückstand einen 11:8-Vorsprung. In dieser Phase des Spiels stand die Rostocker Abwehr oft zu passiv, sodass die Gäste zu einfachen Toren kamen. Doch in der Folge wurden die Gastgeberinnen insbesondere nach vorn erneut gefährlicher, zogen beim 14:14 (25.) wieder gleich und hatten zur Pause einer wie im Hinspiel torreichen Partie mit 19:18 knapp die Nase vorn.

Der Beginn des zweiten Durchgangs war ein offener Schlagabtausch. Die Tore fielen teilweise schneller, als Hallensprecher Ulf Luschas diese verkünden konnte und so stand es bei wechselnden Führungen nach 40 Spielminuten ausgeglichen 25:25. Aber dann bekamen die Gastgeberinnen allmählich einen besseren Zugriff in der Abwehr und kamen nach Ballgewinnen immer öfter in ihr gewohntes Tempospiel. Als Liza Johannisson in der 46. Spielminute das 28:25 erzielte, betrug der Vorsprung der Hansestädterinnen erstmals seit der Anfangsphase der Partie wieder drei Tore. Beim 27:28 waren die Gäste erneut dran, doch zwei Treffer von Kapitänin Hanna Strack und ein verwandelter Strafwurf von Celin Kellert sorgten für einen vier-Tore-Vorsprung des RHC. (31:27, 54.) Dann erhielten kurz nacheinander Nele Reimer sowie die auf der Mittelposition starke Martina Corkovic (6 Treffer) eine Zeitstrafe und die Gäste verkürzten durch einen Strafwurf noch einmal auf 28:31 (57.) Doch die Dolphins zeigten, dass sie auch Unterzahl können. Nicole Rotfuß erzielte in doppelter Unterzahl das 32:28, wenig später traf nach ihrer Zeitstrafe Nele Reimer und im Anschluss Lena Bunke (59.) zum 34:28. Unter dem Beifall der in der letzten Spielminute stehenden Zuschauer blieb es mit der Schlusssirene erneut Nicole Rotfuß vorbehalten, den 35:29-Endstand zu erzielen.

Währen das Team sich nach einer überragenden Saison mit einem Spruchbanner bei den treuen Fans bedankte, analysierte Dominic Buttig gewohnt nüchtern: „Ich glaube, dass unser Sieg heute verdient war, auch wenn ich Christian Recht gebe, dass er etwas zu hoch ausgefallen ist. Henstedt-Ulzburg war der erwartete schwere Gegner. Ich war in der ersten Halbzeit überhaupt nicht mit unserer Abwehr zufrieden, wir haben einfach oft zu spät reagiert. Das haben wir im zweiten Durchgang dann besser gemacht. Wir nehmen aus diesem Spiel vieles für die Aufstiegsrunde mit, haben gesehen, woran wir unbedingt noch arbeiten müssen.“

Am kommenden Wochenende steht für die Dolphins das letzte Staffelspiel auf dem Programm. Am Samstag um 16:30 Uhr ist das Team beim VfL Stade zu Gast. Gegen den Tabellenneunten konnte das Hinspiel in eigener Halle mit 29:26 gewonnen werden.

OM

Spielfilm:
4:1, 7:4, 8:6, 8:11, 12:14, 14:15, 16:15, 19:18 – 19:20, 23:24, 28:25, 31:27, 34:28, 35:29

Siebenmeter:
RHC: 3/3, SVHU: 2/2

Zeitstrafen:
RHC: 8 Minuten, SVHU: keine

So spielte der Rostocker HC:
Lena Clasen, Kiana Zidorn – Megan Pieth, Liza Johannisson (2), Britt Punzius, Nele Reimer (10/1), Emily Selle, Hanna Naussed, Jana Grützner, Celin Kellert (4/2), Lena Bunke (2), Hanna Strack (3), Martina Corkovic (6), Jette Köppen, Nicole Rotfuß (8), Aenna Schult