Rostocker HC II – HSG Neukölln 18:20 (7:12)

Rostock Da war deutlich mehr drin. Wenn ein Team in seinem Heimspiel in der Oberliga Ostsee-Spree der Frauen lediglich 20 Gegentreffer kassiert, kann man normalerweise von einer guten Abwehrarbeit der Gastgeberinnen als Grundlage für einen Punkterfolg ausgehen. Dieses galt allerdings nicht so im letzten Heimspiel des Jahres 2022 für das Juniorteam des Rostocker HC. Die Mannschaft von Marc Hünerbein unterlag am Ende der HSG Neukölln mit 18:20 Toren und verbringt die Weihnachtszeit so mit 7:17 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Dabei hatte es das Team gegen die sicher favorisierten Berlinerinnen, die dem Vernehmen nach einem Aufstieg in Liga drei aufgeschlossen gegenüberstehen, selbst in der Hand, durch einen Doppelpunktgewinn den Abstand zur Abstiegszone der vierten Liga zu vergrößern. Dass es am Ende nicht reichte, lag insbesondere in der fehlenden Effektivität und Durchschlagskraft der Rostockerinnen im Spiel nach vorn.

Zwar musste der Rostocker Trainer erneut auf die im Aufbautraining befindliche Aenna Schult verzichten, ebenso auf Kapitänin Emilia Schultz, aber mit Jette Köppen, Emily Selle und Julia Hinz standen gleich drei Spielerinnen im Aufgebot, die auch zum Kader der Drittligafrauen des Vereins gehören.

Der Start in die Partie kann aus Rostocker Sicht durchaus als gelungen bezeichnet werden. Bereits nach 39 Sekunden erhielt die HSG die erste Zeitstrafe, kurz darauf traf Megan Pieth zum 1:0. Es dauerte fast sechs Minuten, ehe die Gastgeberinnen den nächsten Treffer erzielten. Es war das Tor zum 2:2 durch Jette Burghardt. Bereits hier zeigte sich das größte Manko des RHC im ersten Durchgang. Fehler im Vorwärtsgang, Harmlosigkeit im Angriff und vergebene Chancen sorgten dafür, dass in 30 Spielminuten lediglich sieben Treffer erzielt wurden. Zwar stand die Abwehr der Ostseestädterinnen gut, aber der HSG reichten dann eben 12 erfolgreiche Abschlüsse zu einer 5-Tore-Führung nach dem ersten Durchgang.

In Halbzeit zwei zeigten sich die Jung-Dolphins dann etwas verbessert. Vor allem kämpferisch kann man dem Team keinen Vorwurf machen. Die Abwehr steigerte sich weiter, auch im Angriff wurden nun mehr Möglichkeiten genutzt. Aber es blieb dabei, nach wie vor wurden zu viele Chancen vergeben. Als die Gäste in der 53. Spielminute das 19:13 erzielten, schien die Partie gelaufen. Marc Hünerbein nahm seine letzte Auszeit und diese gab seinen Damen dann nochmals einen Schub. Treffer um Treffer kämpften sich die Rostockerinnen wieder heran, machten innerhalb von vier Spielminuten aus dem 14:20 ein 18:20. Doch es reichte nicht. Als der RHC 40 Sekunden vor dem Ende in Überzahl einen Strafwurf vergab, war das Spiel endgültig entschieden.

Mit der Schlusssirene erzielte das Juniorteam zwar noch den Treffer zum 19:20. Die Schiedsrichter entschieden deutlich auf Tor, im Spielbericht taucht dieses allerdings nicht auf, war offensichtlich nach Meinung des Kampfgerichts nach Ablauf der Spielzeit erzielt.

Marc Hünerbein erkannte dann auch den Erfolg der Gäste an: „Neukölln geht heute letztlich als verdienter Sieger vom Feld. Die Aufholjagd in den letzten 10 Minuten zeigt, dass wir es können, kam aber heute zu spät. Wir werden unsere Fehler aufarbeiten und analysieren und dann 2023 wieder angreifen.“

Für die Mannschaft beginnt jetzt die Weihnachtspause, bevor am 7. Januar das nächste Spiel auf dem Programm steht. Dabei geht es in einem vorgezogenen Rückrundenspiel gleich zum letzten Gegner des Jahres 2022, zur HSG Neukölln.

OM

Spielfilm:
1:0, 2:2, 5:6, 5:11, 7:12 – 8:12, 9:15, 12:15, 12:17, 13:19, 14:20, 18:20

Siebenmeter:
RHC: 3/1, HSG: 4/3

 

Zeitstrafen:
RHC: 2 Minuten, HSG: 8 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
Kiana Zidorn, Lucy Schelske – Julia Hinz, Charlott Langkeit (2), Emily Selle (4/1), Annemarie Görwitz (3), Emilie Lührmann (1), Jette Köppen (2), Megan Pieth (3), Jette Burghardt (3), Analena Schön, Sarah Dalchow