Rostocker HC – SG Meißen/ Riesa 31:23 (17:10)

Rostock Die Damen des Rostocker HC haben auch ihr zweites Heimspiel der Saison siegreich bestritten. Am Samstagabend gewannen die Dolphins mit 31:23 (17:10) gegen den Aufsteiger SG Meißen/ Riesa. Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel setzt man sich in der oberen Tabellenhälfte fest.

Die Partie in Rostock- Marienehe begann etwas zerfahren, aber mit Vorteilen auf Rostocker Seite. Mit ihrem sechsten Saisontor brachte Hanna Naussed den RHC mit 1:0 in Front (2.). Martina Ćorković, Liza Johannisson und Frances Krüger sorgten für das 4:0 und einen erfreulichen Start. Die Gäste aus dem Meißener Land agierten hingegen offensiv sehr einsilbig, suchten ihr Heil zu Beginn oft in Einzelaktionen. Einer dieser Versuche führte in Unterzahl zwar zum 4:1 durch Marie Liebscher (8.), doch die Rostocker Dolphins blieben tonangebend. Angeführt von Sara Peters im Tor stand man in der Defensive gut, wobei das statische Spiel der Gäste sein Übriges tat. Ein verwandelter Siebenmeter von Frances Krüger brachte folgerichtig das 11:3 (15.). In den nächsten Minuten nahmen die Damen der SG Meißen/ Riesa dann aber doch ihr Herz in die Hand und kamen auf. Mit fünf Toren am Stück zum 12:9 durch Sandra Billwitz (24.) bewies der Aufsteiger kämpferische Qualitäten. In dieser Phase lief im Rostocker Spiel wenig zusammen. So bedurfte es einer kraftvollen Einzelaktion von Liza Johannisson, die durch die gegnerische Abwehr brach und das 13:9 erzielte (24.). Die junge Rückraumakteurin beendete damit eine siebenminütige Durststrecke ihres Teams und brachte es wieder auf Kurs: Martina Ćorković besorgte kurze Zeit später das 16:9 (28.), und ihre Landsfrau Lara Brezenci setzte mit einem gewaltigen Wurf zum 17:10 den Schlusspunkt unter eine insgesamt starke erste Halbzeit.

Der zweite Durchgang begann ganz nach dem Geschmack des zahlreich erschienenen Rostocker Anhangs. Mit drei Toren in der Anfangsphase beseitigten die Delfine rasch jegliche Zweifel am Ausgang dieser Partie (20:10/ 32.). Rostocks Trainerin Ute Lemmel nutzte die deutliche Führung und gab ihren Spielerinnen von der Bank Einsatzzeit. Lena Clasen übernahm für Sara Peters im Tor und konnte sich mehrfach auszeichnen. Nach etwas mehr als 45 Minuten erzielte Außenspielerin Julia Hinz ihr erstes Tor im Trikot des RHC zum Spielstand von 25:15, und die bestens aufgelegte Liza Johannisson (insgesamt neun Treffer) erhöhte kurz darauf auf 26:15. Der zweistellige Vorsprung sollte im weiteren Verlauf zwar nicht Bestand haben, das tat der Freude über das Rostocker Spiel allerdings keinen Abbruch. Die Gäste aus Sachsen nutzten ihre erste Überzahlsituation in einer insgesamt fairen Partie und verkürzten den Rückstand: Celin Mähler erzielte das 26:18 (50.). Mit der klaren Führung im Rücken ließ der Rostocker HC in der Schlussphase trotzdem nichts mehr anbrennen. Vielmehr gab es noch zwei Torpremieren zu bejubeln. Zunächst erzielte Nachwuchsspielerin Jette Köppen das 30:21 (56.). Darüber, dass im Erwachsenenbereich für das 30. Tor im Spiel kein Kuchen mehr gebacken werden muss, sondern eine Kiste isotonische Getränke bereitgestellt wird, wurde die 17-jährige von ihren feixenden Mitspielerinnen noch auf dem Spielfeld aufgeklärt. Schlussendlich machte eine weitere Spielerin aus dem Rostocker Nachwuchs den Deckel aufs Spiel. Aida Mittag hatte in der Abwehr gegen Lena Thomas auf Gäste- Seite schon Eindruck hinterlassen, nun spielte sie mit ihrem ersten Treffer zum 31:23 den Schlussakkord.

Gäste- Trainer Mike Eichhorn gratulierte den Dolphins nach dem Spiel: „Zunächst geht der Glückwunsch an Rostock für einen verdienten Sieg. Wenn Du selbst nach drei Sekunden den Abschluss suchst, darfst Du Dich nicht wundern, wenn das daneben geht“, übte er anschließend deutliche Kritik am Angriffsverhalten seiner Mannschaft. „Rostock hat es uns heute vorgemacht, dass man dahin gehen muss, wo es wehtut, und wie man vorbereitet abschließt. Daran müssen wir arbeiten. Unser Ziel als Aufsteiger ist natürlich der Klassenerhalt. Gegen Schwerin geht es wieder bei 0:0 los“, blickte Eichhorn bereits auf das nächste Heimspiel der Elbehexen.

6:2 Punkte aus vier Spielen- Ute Lemmel auf Rostocker Seite zeigte sich zufrieden mit dem Spielverlauf und dem Saisonstart insgesamt: „Zunächst einmal haben wir uns nach der satten Niederlage in Frankfurt stark zurückgemeldet. Wir haben in der Trainingswoche unser Augenmerk auf die Defensive gerichtet. Das hat heute sehr viel besser funktioniert. Mit der Punktausbeute können wir zufrieden sein, wobei wir uns nicht darauf ausruhen dürfen.“ Die knapp zweiwöchige Pause bis zum Spiel in Halle- Neustadt (10. Oktober/ 16 Uhr) sieht sie zwiegespalten: „Jetzt ist natürlich kein Urlaub angesagt. Es ist zwar schön, mal ein freies Wochenende zu haben, aber unser Spielrhythmus wird leider unterbrochen. Am Trainingsumfang wird sich nichts ändern. Wir müssen weiter hart arbeiten.“

Ulf Luschas

Spielfilm:
3:0 (6.), 9:3 (13.), 12:4 (19.), 13:9 (24.), 17:10 (Hz.) – 20:10 (32.), 26:15 (47.), 27:18 (51.), 30:21 (56.), 31:23 (End.)

Siebenmeter:
RHC: 3/2, SG; 2/1

Zeitstrafen:
RHC: 4 Minuten, SG: 10 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
Sara Peters, Lena Clasen – Julia Hinz (1), Lara Brezenci (1), Liza Johannisson (9), Aida Mittag (1), Frances Krüger (6/2), Hanna Naussed (1), Celin Kellert (4), Lena Bunke (1), Hanna Strack (2), Martina Corkovc (4), Jette Köppen (1), Luisa Schubert, Antonia Fränk, Aenna Schult