Rostocker HC – Thüringer HC II 29:26 (13:11)

Rostock Eigentlich lief vor der Partie gegen die Bundesligareserve des THC für die Gastgeberinnen so ziemlich alles schief, was nur schief laufen kann. Da war die unendliche Geschichte mit der Sperrung der Fiete-Reder-Halle, die alle Beteiligten in der vergangenen Woche sehr viel Kraft gekostet hat. Da war die Verletzung von Janne Petereit, die sich letztlich als so schwer herausstellte, dass die Kreisläuferin doch nicht einsatzfähig war. Und dann knickte Kapitänin Nicole Rotfuß am Donnerstag im Training ebenfalls mit dem Fuß um, sodass auch sie für das Spiel gegen den Tabellenzweiten ausfiel.

„Der THC ist natürlich eine ganz andere Aufgabe für uns, Für einen Erfolg muss schon alles passen, der Fokus von allen Spielerinnen auf der Partie liegen.“ Ute Lemmel hatte ihre Spielerinnen nach dem deutlichen Erfolg gegen den Berliner TSC in der Vorwoche (32:15) vor Selbstzufriedenheit gewarnt. Was dann am Samstagabend vor über 300 Zuschauern von beiden Teams gezeigt wurde, war ein temporeiches Spitzenspiel, das alles bot, was man von einer Partie Tabellenführer gegen Tabellenzweiten erwartet. Es dauerte über 2 Minuten, ehe die mit Lara Brezenci eine der beiden Kroatinnen in Rostocker Diensten den Torreigen eröffnete. Ihre Landsfrau Martina Corkovic erhöhte zwei Minuten später auf 2:0. Damit nahm das Spiel so langsam Fahrt auf. Vor allem die Rostockerinnen legten aus einer guten Abwehr um Torhüterin Sara Peters heraus immer wieder vor, der THC lief im ersten Durchgang zumeist einem Rückstand hinterher. Beim 7:7 (21.) glichen die Gäste dann erstmals aus. Dies war Grund genug für Ute Lemmel, ihre erste Auszeit zu nehmen und das Team aufzurütteln. Offensichtlich fand die Sportchefin des RHC genau die richtigen Worte, denn ihre Delfine bauten in der Folge den Vorsprung wieder aus, führten nach dem ersten Durchgang mit 13:11.

Es blieb auch in den zweiten 30 Minuten ein spannendes Spiel zweier vor allem laufstarker Teams. Insbesondere Lucy Gündel (10 Tore) auf THC-Seite schloss jetzt mehrfach erfolgreich ab, so zum erneuten Ausgleich zum 14:14 per Strafwurf (34.) Aber postwendend zog der RHC durch zwei Treffer von Frances Krüger und Hanna Strack erneut auf 16:14 davon. Auch in der Folge änderte sich an diesem Bild nichts, mehr als der Ausgleich sollte dem THC nicht gelingen, letztmalig beim 18:18 (41.)

Dann wechselte Ute Lemmel im Tor, brachte Nadine Berger, um den Gegner vor eine neue Aufgabe zu stellen. Und dieser Wechsel zeigte deutliche Wirkung. Während Berger mehrere klare Gästechancen vereitelte, konnten ihre Mitspielerinnen immer wieder erfolgreich abschließen, zogen durch Lena Bunke auf 24:20 (49.) davon. THC-Trainer Ruben Arnold nahm seine zweite Auszeit, um seine Mannschaft noch einmal wachzurütteln. Aber näher als auf ein Tor (23:24, 51. und 24:25, 54.) kam seine Mannschaft trotz 7. Feldspieler nicht mehr heran.

Als beim Stand von 29:26 für den RHC die Schlusssirene ertönte, gab es für die Delfine kein Halten mehr. Gemeinsam mit den Fans feierten alle Spielerinnen einen letztlich verdienten Erfolg, der den Gastgeberinnen zumindest vorläufig mit 4:0 Punkten die Tabellenführung in Liga 3 sichert.

Ute Lemmel war dann auch zufrieden mit ihrem Team: „Wir haben über die gesamte Spielzeit das Tempo hochgehalten. Es war ein gutes Spiel zweier starker Mannschaften, das wir am Ende in der Abwehr gewonnen haben. Sicher haben wir noch einige Chancen liegen lassen, aber 4:0 Punkte nach zwei Spielen sind für unser Ziel Klassenerhalt eine sehr gute Grundlage.“ Ihr Gegenüber Ruben Arnold war mit dem Ergebnis sicher nicht ganz zufrieden, lobte aber trotzdem sein Team: „Wir haben eine junge Mannschaft und heute wirklich gut mitgehalten. Uns hat es Spaß gemacht, in Rostock zu spielen. Wir wollen uns in dieser Saison entwickeln, da sind solche Spiele einfach wichtig.“

Für die Delfine geht es am kommenden Samstag gegen den Aufstiegsaspiranten Nummer 1, den Frankfurter HC, weiter. Anwurf in der Brandenburg-Halle ist 16:00 Uhr. „Für uns ist in dieser Liga jeder Gegner eine Herausforderung. Aber wir freuen uns auf das Spiel, wollen auch gegen den FHC unser gewachsenes Leistungsvermögen unter Beweis stellen“, so Ute Lemmel.

OM

Spielfilm:
2:0, 3:1, 5:3, 7:7, 9:7, 11:8, 13:11 – 13:12, 14:14, 16:14, 17:17, 18:18, 20:18, 22:20, 24:20, 24:23, 25:24, 27:25, 29:25, 29:26

Siebenmeter:
RHC: 7/4, THC: 5/3

Zeitstrafen:
RHC: 8 Minuten, THC: 10 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
Sara Peters, Nadine Berger, Lena Clasen – Julia Hinz, Lara Brezenci (7/3), Liza Johannisson (4), Frances Krüger (7), Celin Kellert (1), Lena Bunke (4), Hanna Strack (1), Martina Corkovic (3), Jette Köppen, Luisa Schubert, Antonia Fränk (2/1), Aenna Schult