Emila SchultzDelfine verlieren erneut
Rostocker HC unterliegt Bayer 04 Leverkusen mit 33:40 (16:22)
Für die Handballerinnen des Rostocker HC geht die Durststrecke weiter. Auch nach dem 7. Spieltag der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen stehen die Dolphins ohne Punkte da, nunmehr als einziges Team und folgerichtig weiter am Tabellenende. Am Samstagabend verloren sie ihr Heimspiel gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen mit 33:40 (16:22).
Der RHC hatte sich in der Vorbereitung auf das Spiel viel vorgenommen, scheiterte aber in der Umsetzung. Bereits die Anfangsphase der Begegnung zwischen dem Letzten und dem Drittletzten der Tabelle misslang den Gastgeberinnen: Vorn mit wenig Fortune, zwei Pfosten- und ein Lattentreffer sowie ein verworfener Konter sprechen dafür, dazu im Umkehrspiel zu behäbig und unaufmerksam in der Defensive.
Die Gäste aus dem Rheinland ließen sich nicht lange bitten und spielten munter drauf los. Mit flüssigen Abläufen und sehenswerten Abschlüssen zogen die „Werkselfen“ davon. Als Bayers Henriette Clauberg mit ihrem bereits vierten Treffer auf 2:8 stellte, bat RHC-Trainer Dominic Buttig seine Mannschaft früh zur Aussprache an die Bank (9.).
Dies und die Einwechslung von Anna Franz, die nach ihrem dreimonatigen Auslandsaufenthalt erstmals wieder im Kader stand, brachten mehr Dynamik in das Rostocker Angriffsspiel. Insgesamt traf die Rückkehrerin an diesem Abend sechsmal. Allein die weiterhin bestens vorgetragenen Leverkusener Angriffe wurden viel zu selten konsequent unterbunden.
So bedeutete der Torerfolg von Marie Sauerwald das 12:20 für Bayer Leverkusen in der 25. Minute. Kurioserweise hatten die Rostocker Damen in Unterzahl bis zur Pause ihre stärkste Phase im ersten Durchgang- und das in einer Unterzahl, die nach einem gehaltenen Siebenmeter von Ylva Tants mit 2:1 an sie ging. Beim Stand von 16:22 wurden die Seiten gewechselt.
Mit frischem Mut und in Überzahl kehrten die Dolphins auf die Fläche zurück. Besonders Leana Schieber wusste in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit zu gefallen. Sechs ihrer acht Tore erzielte sie nach dem Wiederanpfiff, davon vier Tore am Stück, die zum 21:27 führten (39.).
Als Maya Janßen zehn Minuten später das 27:31 erzielte, der anschließende Leverkusener Wurf ins Leere ging und die Gastgeberinnen im Ballbesitz waren, keimte so etwas wie Hoffnung auf. Diese war jedoch von kurzer Dauer, denn der Angriff führte zu nichts, und die Gäste machten mit einem Dreierpack den Deckel aufs Spiel. Juliane Specht traf zum 27:34 (51.).
Specht markierte knapp eine Minute vor dem Ende auch den letzten Treffer für Bayer. Ihr Tor zum 31:40 darf, aus Rostocker Sicht, sinnbildlich für den Verlauf des Spiels stehen. Scharf geworfen hatte Ylva Tants zwar noch die Finger am Ball, konnte ihn schlussendlich aber doch nicht abwehren. Patrycja Drewniks Tore zum finalen 33:40 waren dann nur noch Ergebniskosmetik.
„Das war ein ganz bitteres Ding. Wir haben in der Woche einen extremen Schwerpunkt auf die Abwehrarbeit gesetzt, kriegen das aber, gerade in den ersten 20 Minuten, nicht umgesetzt. Ich glaube schon, dass wir Aggressivität drin hatten, aber es unterlaufen uns zu viele einfache Fehler. Positiv war die Körpersprache, die viel besser als in Freiburg war. Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben und auch nach dem hohen Rückstand weitergemacht“, so die Analyse von Trainer Dominic Buttig.
Unter dem Strich bleibt auch nach dem siebten Spieltag zu konstatieren, dass der RHC viele Baustellen hat, die es zu schließen gilt. Zeigte man im Angriff in den vergangenen Spielen aufsteigende Form, ist die Defensive zum Problem geworden. Die zurückgekehrten Anna Franz und Nicole Rotfuß, die ebenfalls wieder im Spieltagskader stand, geben Grund zur Hoffnung auf eine Trendwende.
Bereits am kommenden Wochenende (Samstag 18.30 Uhr) sind die Delfine erneut zu Hause gefordert. Dann empfängt man den 1. FSV Mainz 05. Die Mainzerinnen starteten mit sechs Siegen in die Saison. Diese Serie riss am vergangenen Wochenende bei der 24:34-Niederlage in Berlin.