
Vanessa Schulzki ist Kinder-Koordinatorin beim RHC
Seit diesem Sommer hat der Rostocker Handball Club ein neues Gesicht in seinen Reihen, welches für die jungen Talente im Verein verantwortlich ist: Vanessa Schulzki ist die neue Kinder-Koordinatorin des RHC. Mit ihr konnte für den Rostocker Nachwuchs nicht nur eine empathische junge Trainerin, sondern auch viel Expertise in den Club geholt werden. Schulzki wurde kürzlich für ihre Abschlussarbeit vom Deutschen Handballbund ausgezeichnet.
Die 24-jährige Niedersächsin hat Anfang des Jahres ihr berufsbegleitendes Studium mit dem Bachelor of Arts in Sportökonomie mit der Note 1,0 abgeschlossen, daraufhin nach einer neuen Aufgabe gesucht und diese nun seit wenigen Monaten in Rostock gefunden. Während ihrer Studienzeit habe sie neben ihrer Handballlizenz einige Zertifikate im Fitnessbereich erworben und dreieinhalb Jahre als auszubildende Gesundheitstrainerin in einem entsprechenden Studio gearbeitet, berichtet Schulzki.
„Digitale Selbstvermarktung im Frauenhandball“ lautet der verkürzte Titel ihrer Bachelorarbeit. Darin hat sie verschiedene Social-Media-Profile von deutschen Handballspielerinnen aus unterschiedlichsten Spielklassen untersucht, woraus wichtige Erkenntnisse und Empfehlungen für digitale Marketingstrategien im Frauenhandball gewonnen werden konnten.
Nachdem ihre Hochschule die Arbeit bereits mit der Bestnote bewertet hatte, wurde die Bachelor-Thesis nun von einer Gutachterkommission aus dem DHB-Netzwerk Wissenschaft unter Vorsitz von Prof. Dr. Dirk Büsch und ExpertInnen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen beim DHB-Forschungspreis 2025/2026 auf den zweiten Platz gewählt.
„Handball begleitet mich seit meiner Jugend und hat mir in einer schwierigen Zeit das Leben gerettet. Das klingt zwar sehr klischeehaft, war vor rund zwölf Jahren allerdings die Realität.“ Schulzki möchte gar nicht allzu sehr darauf eingehen, hat aber in der Kindheit psychische Gewalt erlebt. Dass sie in dieser Phase den Mut hatte, zum Handball zu gehen, empfindet sie bis heute als „verrückt“.
„Dieser Tag, an dem ich das erste Mal zum Training ging, hat mein Leben nachhaltig und entscheidend verändert.“
Den Menschen aus ihrem Heimatverein sei sie für den vielen Zuspruch und das Vertrauen sehr dankbar, berichtet die Rostocker Jugendtrainerin, die nebenbei auch das Tor des Juniorteams hütet.
Ihren Werdegang im Handball beschreibt sie so: „Mein ehrenamtliches Engagement hat als Trainerin einer F-Jugend begonnen und über ein FSJ im Sport zur Trainerin im weiblichen Nachwuchs, zur Jugendsprecherin und schlussendlich zur Jugendwartin im Verein geführt.“
Die Möglichkeit, diese Verantwortung nun beim Rostocker HC übernehmen zu dürfen, sieht sie „als große Chance“. Geprägt durch die persönliche Erfahrung bedeute Handball für sie auch im Kinderbereich „schon mehr als nur sportliche Leistung. Mir sind das Zugehörigkeitsgefühl und die Persönlichkeitsentwicklung der Spielerinnen sehr wichtig.“
Der eigene Leistungswille und besonders der Leistungsdruck würden die Kinder noch früh genug einholen, führt Schulzki aus. „Deshalb möchte ich mit Empathie und Menschlichkeit stets ein gesundes Umfeld für die Mädchen schaffen.“
Ihre eigene Maxime geht dabei nicht am Anspruch ihrer Tätigkeit beim Rostocker Zweitligisten vorbei: „Auch die jüngeren Teams sollen bereits guten Handball zeigen, und die sportliche Ausbildung ist das Herzstück dieses Vereins. Um aber den Frauensport in der Gesellschaft langfristig zu stärken, braucht es neben Bewegungstalent eben auch starke Charaktere, die für sich einstehen und weitere Rollen übernehmen können.“
„Mein oberstes Ziel ist es, dass jede Spielerin in diesem Sport ihren eigenen Weg finden kann, genauso wie ich meinen Weg neben dem Spielfeld finden durfte.“
Vanessa Schulzki möchte ein Vorbild für junge Mädchen sein und weiterhin die Energie in den Frauensport, besonders in den Nachwuchs stecken, um ihm eine Perspektive im Handball aufzuzeigen und gleichzeitig eine schöne Kindheit in der Sporthalle zu ermöglichen.