AKEIm zweiten Durchgang geht das Licht aus
Rostocker HC verliert bei der HSG Freiburg mit 30:40 (15:17)
Für die Handballerinnen des Rostocker HC ist der totale Fehlstart in die neue Saison komplett. Im Nachholspiel vom ersten Spieltag der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen unterlagen die Dolphins am Samstagabend bei den „Red Sparrows“ der HSG Freiburg mit 30:40 (15:17). Während die Breisgauerinnen ihren zweiten Saisonsieg bejubelten, zieren die Mecklenburgerinnen nach einer desolaten zweiten Halbzeit nun mit 0:12 Punkten das Tabellenende. Grund zur Freude war an diesem Abend lediglich das Comeback von Hanna Strack.
Zu Spielbeginn war noch gar nicht zu erahnen, dass es erneut eine solch klare Niederlage hageln würde. Zwar gingen die Gastgeberinnen durch einen schönen Heber von Johanna Brennauer mit 2:4 in Führung (6.), doch nur wenig später gelang Emma Dubrau mit einem Wurf aufs leere Tor das 6:6 (9.).
Beiden Mannschaften war eine gewisse Nervosität anzumerken, wobei die gastgebenden roten Spatzen diese weitaus früher ablegen konnten. Nach der einzigen Rostocker Führung (7:6 durch Maya Janßen/ 13.) übernahm die HSG das Kommando. Wenn auch nicht fehlerfrei war das Freiburger Spiel deutlich durchdachter zielstrebiger und vor allem schneller.
Die Gäste aus Rostock agierten im Abschluss zu harmlos und ließen so die Möglichkeit ungenutzt, etwas für das eigene Selbstvertrauen zu tun. Zu selten wurden die Angriffe so schön zu Ende gespielt wie beim 9:10 durch Patrycja Drewnik in der 18. Minute. Und auch das Abwehrspiel ließ zu wünschen übrig. Oft kam man nicht nur einen, sondern gleich zwei oder drei Schritte zu spät.
„Freiburg hat uns heute leider gnadenlos unsere Grenzen aufgezeigt, was es bedeutet Abwehr mit Leidenschaft zu spielen und den Abstiegskampf anzunehmen“, analysierte RHC-Trainer Dominic Buttig nach Spielende. „Das war im Angriff zeitweise ordentlich. Was wir aber heute bereit waren, in der Abwehr zu leisten, war nicht akzeptabel. So kann ich ein solch wichtiges Spiel, vor allem auswärts, nicht gewinnen.“
Buttig schwante nichts Gutes. Die Rostock Dolphins gingen zwar nur mit zwei Toren Rückstand in die Halbzeit, so dass beim Stand von 15:17 aus Gäste-Sicht der zweite Durchgang begann, doch dieser sollte bitter enden. Beim verwandelten Siebenmeter von Emma Dubrau zum 16:18 in der 32. Minute war die hanseatische Welt noch in Ordnung, zumal man anschließend in Überzahl weitermachte. Doch es zeigte sich im weiteren Verlauf, dass man durch die eigene Harmlosigkeit den Gegner einlud, sein temporeiches Spiel aufzuziehen.
Die Einladung wurde dankend angenommen: Tor um Tor setzte sich die HSG Freiburg ab, und Hanna Person stellte per Konter auf 18:23 für die Spatzen (37.). Zu wenig hatten die Rostockerinnen entgegenzusetzen, so dass ihr Rückstand weiterwuchs. Da halfen weder die zehn Tore von Emma Dubrau noch die sechs Treffer von Rebeka Varga, die die junge Ungarin vom 22:27 (44.) bis zum 27:34 (51.) am Stück erzielte.
Das kleine Fünkchen Hoffnung, das eine Minute später noch glomm, als sich Patrycja Drewnik ein Herz nahm, durch das Freiburger Abwehrzentrum brach und den Ball zum 28:34 im Tor unterbrachte, erlosch recht schnell.
Am Ende stand eine heftige 30:40- Niederlage beim Mitaufsteiger aus der Vorsaison, die RHC-Coach Buttig so sauer machte, dass er den freien Montag kurzerhand strich: „Wir scheitern an individuellen Abwehrfehlern und Basics, an denen wir seit Wochen arbeiten, und bekommen es heute überhaupt nicht aufs Feld adaptiert. Das war mir zu wenig Bereitschaft, den Kampf anzunehmen. Es fehlte die Disziplin, sich an die Absprachen zu halten. Es muss schnellstens eine Veränderung her, was die Bereitschaft angeht, den Abstiegskampf anzunehmen.“
Viel Zeit, um die Wunden zu lecken, bleibt den Delfinen nicht. Bereits am kommenden Wochenende sind sie erneut gefordert. Im Heimspiel (Samstag 18.30 Uhr) empfängt man den TSV Bayer 04 Leverkusen. Die „Werkselfen“ sind mit 1:11 Punkten Drittletzter.