Stephan KNIEFNichts zu holen an der Weser
Rostocker HC verliert beim SV Werder Bremen mit 23:32 (11:17)
Die Dolphins vom Rostocker HC sind nach dem 26. Spieltag in der 2. Alsco Handballbundesliga ohne Punkte aus der Fremde zurückgekehrt. Am Samstagabend verlor die Mannschaft von Trainer Dominic Buttig an dessen alter Wirkungsstätte gegen den SV Werder Bremen mit 23:32 (11:17). Durch den Sieg von Bayer Leverkusen gegen Lintfort beträgt der Vorsprung auf Platz 14 vier Spiele vor Saisonende nun vier Punkte.
Erneut zwangen personelle Engpässe das Rostocker Trainerteam zur Improvisation. Mit Patryca Drewnik fiel die einzige etatmäßige Linksaußen aus, so dass Hanna Strack für sie übernahm. Und auch die im vergangenen Spiel in Kirchhof erfolgreichste Werferin Emma Dubrau musste passen. Mit Anna Franz fehlte eine weitere Rückraumkraft, dafür waren Regisseurin Finia Wolf sowie Lidia Halawczak wieder mit von der Partie.
Im Duell der Teams aus den beiden Hansestädten zeichnete sich für den Rostocker HC früh ab, dass die grün- weiße Bremer Hürde an diesem Abend eventuell zu hoch sein könnte. Bereits der Start ging mächtig daneben. Dem RHC fiel wenig gegen die robuste und schnell rückende Bremer Defensive ein. Lediglich ein paar halbherzige Abschlüsse aus dem Rückraum konnten verzeichnet werden. Es war Ylva Tants im Tor zu verdanken, dass es nach sechs Minuten nur 0:4 stand.
Nach einer frühen Auszeit von Dominic Buttig (11.) kamen seine Delfine dann etwas besser in die Partie, wobei der 1:6- Rückstand zu diesem Zeitpunkt bereits eine große Bürde darstellte. Nichtsdestotrotz kämpfte man sich auf Schlagdistanz heran. Lidia Halawczak setzte sich mit einer schönen Finte halblinks ab und traf zum 9:12 (23.). Doch das war leider nur eine Momentaufnahme. Der SV Werder zog die Zügel wieder an und markierte binnen weniger Augenblicke fünf Treffer am Stück. Jette Köppen konnte mit ihren zwei Toren kurz vor der Halbzeit das Ergebnis zwar etwas versöhnlicher gestalten, dennoch wurden beim Stand von 11:17 aus Rostocker Sicht die Seiten gewechselt.
Nach dem Wiederanpfiff änderte sich wenig am Spielgeschehen. Der RHC mühte sich nach Kräften, ohne die Kreise der Gastgeberinnen entscheidend stören zu können. Zusätzlich musste eine rote Karte gegen Charlotta Beuck verkraftet werden (36.). Nachdem Luica Strack noch auf 16:22 verkürzen konnte (41.), brachen alle Dämme, so dass der Rückstand immer deutlicher wurde. Beim 20:31 durch Leni Ruwe (56.) lagen die Mecklenburgerinnen gar mit elf Toren im Hintertreffen.
So war früh klar, dass der Bremer Sieg nicht in Gefahr geraten würde und von Rostocker Seite nach dem Schlusspfiff dem Gegner zu einem verdienten 23:32- Erfolg gratuliert werden musste.
„Natürlich ist es in der Vorbereitung schwer, wenn bei der momentanen Kadersituation das Personal für das Wochenende erst am Spieltag feststeht. Ich wiederhole aber gern, dass ich kein Freund davon bin, darüber zu jammern. Man muss es nehmen, wie es kommt“, meinte Dolphins- Trainer Dominic Buttig nach Spielende.
Auch wenn er mit der Höhe der Niederlage haderte, warb er zum einen um Verständnis für seine Damen, doch nicht ohne andererseits auch Kritik anzubringen: „Bei der Kaderzusammenstellung kann ich der Mannschaft eigentlich keinen großen Vorwurf machen, wobei ich trotzdem erwarte, dass unsere Vorgaben auf dem Feld auch umgesetzt werden.“
„Wenn wir vorher besprechen, dass wir unsere Angriffe lange ausspielen und zur Not ein Zeitspiel in Kauf nehmen, darf der Ball nicht nach wenigen Sekunden harmlos aufs Tor fliegen. Mir fehlten in diesen Phasen die Ausstrahlung und die Überzeugung in den Aktionen.“
Für die kommenden Aufgaben sieht Buttig sein Team durchaus gerüstet und hofft inständig auf eine Besserung der personellen Lage. Am kommenden Sonnabend ist der RHC auf heimischem Parkett gefordert. Um 18.30 Uhr erwartet man den Tabellennachbarn aus Waiblingen. Die „Tigers“ trennten sich am Wochenende mit 29:29 von der HSG Freiburg.