LARS BREITZKEDolphins gehen in Solingen unter
Rostocker HC verliert beim HSV Solingen- Gräfrath 76 mit 23:34 (15:18)
Der Rostocker HC hat in der 2. Alsco Handballbundesliga der Frauen eine empfindliche Auswärtsniederlage hinnehmen müssen. Der Aufsteiger von der Ostsee geriet bei seinem Gastspiel beim HSV Solingen- Gräfrath 76 mächtig unter die Räder und verlor klar und deutlich mit 23:34 (15:18). Nachdem man die erste Halbzeit noch halbwegs vielversprechend gestalten konnte, wird über den Auftritt in der zweiten Halbzeit noch zu sprechen sein.
Über die 26:28- Niederlage im Hinspiel hatte sich Rostocks Trainer Dominic Buttig zwar erstmals in dieser Saison richtig geärgert, konnte dem Spiel dennoch im Hinblick auf die Unerfahrenheit seiner Mannschaft noch Gutes abgewinnen. Nach dem Schlusspfiff des Rückspiels an diesem Sonnabend war er richtig bedient: „Das war heute unsere schlechteste Saisonleistung. Wir waren heute vom Kopf her überhaupt nicht bereit, unser Vorhaben, auf die zweite Halbzeit des Waiblingen- Spiels aufzubauen, umzusetzen.“
Das Duell in der Solinger Klingenhalle zwischen dem Tabellenfünften und dem Zwölften begann, mal wieder, mit einem Rostocker Fehlstart: Nach knapp sechs Minuten verwandelte Solingens Nele Spengler einen Siebenmeter zum 5:1 für die Gastgeberinnen. Doch in den folgenden Minuten kamen die Gäste aus Mecklenburg besser ins Spiel. Eine Überzahlsituation nutzte Rostocks Torhüterin Lena Clasen, um mit zwei Treffern ins leere gegnerische Tor auf 8:6 zu verkürzen (12.). Beim 9:8 durch Jette Köppen war der RHC wieder dran (14.).
Erneut folgte auf diese bessere Phase ein Rostocker Leerlauf, so dass Solingen- Gräfrath wieder auf 15:10 davonziehen konnte (20.). Insgesamt wirkte das Rostocker Angriffsspiel sehr statisch. Aufgrund von zu wenig Dynamik in den Aktionen machte man es dem HSV zu einfach, seine Abwehraktionen zu gestalten. Trotz der eigenen Unzulänglichkeiten, der RHC hatte besonders Probleme im Umschaltspiel, kamen die Rostockerinnen kurz vor der Pause durch Lydia Halawczak auf 17:15 heran. Doch im direkten Gegenzug war man defensiv nicht bereit, so dass Hannah Gutzeit noch zur 18:15- Heimführung bei Seitenwechsel treffen konnte.
Die Geschichte des Spiels nach dem Wiederanpfiff ist relativ schnell erzählt. Die Delfine von der Ostsee waren ihrem, mit Sicherheit nicht übermächtigen Gegner, weiterhin unterlegen, was die Dynamik, die Präzision und die Einsatzbereitschaft anbelangt.
Viele Fehler in der Vorwärtsbewegung machten es Solingen- Gräfrath leicht, am eigenen Vorsprung zu basteln. Hatten sich die Gäste bis zur 40. Minute mit einem Doppelpack von Merja Wohlfeil (38./ 39.) noch gegen die drohende Niederlage gestemmt, brachen danach alle Dämme.
Beim 29:19 durch Deborah Spatz (48.) war der HSV Solingen- Gräfrath 76 erstmals mit zehn Toren in Führung und brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. Nach diesem nicht zweitligatauglichen Auftritt galt es für die Rostock Dolphins zu konstatieren, dass die gezeigte Leistung auf diesem Niveau nicht ausreicht: 17 Fehlabspiele, 9 technische Fehler und 15 Fehlwürfe sind in der Summe gegen einen solchen Gegner zu viel.
Am Ende stand also eine 23:34- Niederlage, die Dominic Buttig völlig bedient zurückließ. Er sei in der Kabine „dezent eskaliert“ berichtete er später. „Ich stelle mich immer schützend vor die Mannschaft. Wir haben unseren Damen gesagt, dass sie Fehler machen dürfen, wenn die Einstellung stimmt. Das war heute leider nicht der Fall. Mir fehlte die Körpersprache, der Biss. Im Vertrieb würde man sagen: ‚Außer Spesen nichts gewesen‘.“
Für die verbleibenden zwei Aufgaben der Spielzeit, gerade für das kommende Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, nimmt Dominic Buttig seine Delfine in die Pflicht: „Ich erwarte nächste Woche von den Spielerinnen einen ganz anderen Auftritt. Das sind wir uns selbst, aber besonders unseren treuen Fans schuldig.“
Am kommenden Sonnabend erwartet der RHC zum letzten Heimspiel der Saison den Tabellennachbarn aus Leverkusen. Durch den feststehenden Klassenerhalt, bedingt durch die geringe Anzahl an Aufsteigern aus der dritten Liga, soll die Spielzeit beschwingt ausklingen. Der Verein feiert außerdem sein zwanzigjähriges Bestehen. Rund um die Begegnung wird es ein buntes Programm mit vielen Überraschungen geben. Anwurf ist um 18.30 Uhr.