
Rostocker Handball Club stärkt seine Strukturen
Außerordentliche Mitgliederversammlung bringt Neuerungen auf den Weg
Der Rostocker HC hat am vergangenen Wochenende mit dem Heimsieg gegen den TuS Lintfort einen großen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt in der 2. Alsco Handballbundesliga der Frauen gemacht. Auch wenn es nach derzeitigem Stand keinen Absteiger aus der Liga geben wird, rückt man beim RHC nicht vom vorgegebenen Saisonziel ab. Der sportliche Klassenerhalt soll erreicht werden. Acht Runden vor dem Ende beträgt der Vorsprung auf die regulären Abstiegsplätze sechs Punkte. Hinter den Kulissen wird derweil fleißig an weiteren professionellen Strukturen gearbeitet.
Das Ganze geschieht nicht im Hinterzimmer, sondern überaus transparent. Am Dienstag, dem 24. März traten die Mitglieder des Vereins zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammen und beauftragten den Vorstand mit der Gründung einer Spielbetriebsgesellschaft, die ab der kommenden Saison die Lizenz des Zweitligateams tragen soll.
Wer schon länger kein Heimspiel der Rostocker Handballfrauen mehr besucht hat, dürfte sich bei einem erneuten Besuch verwundert die Augen reiben. Rund um die Spiele der Delfine wird allerhand geboten: Catering in der Halle, LED- Banden, TV- Kameras, Maskottchen. Es hat sich einiges beim RHC getan. Die Geschäftsstelle erstrahlt in neuem Glanz, personell wird weiter aufgestockt – in der vergangenen Wochen nun die außerordentliche Mitgliederversammlung, die die unverzügliche Gründung einer Spielbetriebsgesellschaft beauftragte.
„Sie soll die Verantwortliche gegenüber der Liga sein und die Verpflichtungen, die sich aus dem Ligaspielbetrieb der Dolphins ergeben, erfüllen. Alleinige Gesellschafterin soll der Rostocker Handballclub e.V. sein. Der Vereinsvorstand soll gleichzeitig als Aufsichtsrat fungieren“, so der entscheidende Teil des Beschlusses im Wortlaut.
„Wir haben das Go von unseren Mitgliedern bekommen und das einstimmig“, berichtet Dolphins- Trainer Dominic Buttig, der bereits seit Februar auch als Geschäftsführer berufen ist. „Das war der erste Schritt, für das, was wir alles vorhaben. Andererseits ist es aber auch der nächste Schritt in der Weiterentwicklung des Vereins.“
Der sportliche Leiter sieht viele Vorteile in diesem Schritt: „Natürlich soll die Gründung der Spielbetriebsgesellschaft den Gesamtverein vor finanziellen Gefahren schützen, weil wir da ganz einfach eine große Batterie an Jugendmannschaften haben, die uns sehr wichtig sind und unser Grundgerüst bilden. Außerdem ergeben sich aus der Auslagerung ganz neue Möglichkeiten für unsere Vermarktung.“
Hier liegt Buttig zufolge noch viel Potential brach: „Wir haben da mit Blick auf die 2. Bundesliga noch ganz viel Luft nach oben. Wir können viele Dinge noch besser machen, als wir das ohnehin schon tun.“
„Um sich langfristig in der Bundesliga etablieren zu können, ist eine weitere Professionalisierung erforderlich. Dazu bieten sich die Strukturen einer GmbH deutlich eher an als die eines Vereins. Zeitgleich sollen auch unzweifelhaft vorhandene wirtschaftliche Risiken von der ideellen Arbeit im Verein ferngehalten werden“, heißt es in der Begründung des beschlossenen Antrags. „Es ist der nächste logische Schritt in der Professionalisierung“, so Dominic Buttig.