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Axel Kretschmer

Keine Punkte im Osternest

Rostocker HC verliert beim 1. FSV Mainz 05 mit 27:32 (15:21)

Für die Delfine des Rostocker HC hat es in der 2. Alsco Handballbundesliga am Ostersamstag nicht für einen Auswärtssieg gereicht. Am 23. Spieltag verlor die Mannschaft von Trainer Dominic Buttig ihr Spiel beim 1. FSV Mainz 05 mit 27:32 (15:21). Trotz einer engagierten Leistung und einer deutlichen Steigerung im zweiten Durchgang reichte es am Ende nicht, etwas Zählbares aus Rheinhessen mitzunehmen.

Die Partie begann aus Rostocker Sicht denkbar ungünstig. Mainz traf bereits im ersten Angriff und setzte die Gäste von Beginn an mit hohem Tempo unter Druck. In der Defensive fand der RHC zunächst keinen Zugriff, insbesondere im Rückraum agierten die Gastgeberinnen zu durchschlagskräftig. Ungewöhnlich große Lücken ließen Mainz immer wieder zu freien Abschlüssen kommen. Zu oft kamen die Rostockerinnen den berühmten Schritt zu spät. Der FSV nutzte seine Chancen konsequent, traf mehrmals sehenswert und war sowohl beim Kreisläuferspiel als auch bei Durchbrüchen brandgefährlich.

So schwer sich die Gäste in der Abwehr taten, so ordentlich war die Leistung im Vorwärtsgang. Beim schönen Treffer von Hanna Schulz zum 10:12 aus Rostocker Sicht (14.) war das Spiel noch ausgeglichen, doch im weiteren Verlauf mussten man die Gastgeberinnen ziehen lassen. Magdalena Probst vollendete mit einem verwandelten Siebenmeter einen Drei- Tore- Lauf der 05erinnen, und der RHC sah sich mit fünf Toren in Rückstand. Bis zur Pause wuchs dieser noch um ein Tor an. Die Dolphins zeigten zwar Moral und verkürzten zwischenzeitlich, doch einfache Ballverluste und fehlende Konsequenz im Abschluss verhinderten eine echte Aufholjagd. Mit einem 15:21-Rückstand ging es in die Kabine – eine Hypothek, die sich als zu groß erweisen sollte.

„In der ersten Halbzeit war das ein ganz schönes Gerenne,“ gab Rostocks Trainer Dominic Buttig nach dem Spiel zu. „Wir haben nicht so richtig die Balance zwischen Abwehr und Angriff gefunden. Im Angriffsspiel knüpften wir ein Stück weit an die Leistung gegen Lintfort an, vergaßen dann aber hinten ein bisschen das Abwehrspiel, was ja auch den 21 Gegentore bis zur Pause zeigen.“

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich seine Damen deutlich stabiler. Die Abwehr stand kompakter und im Angriff wurden die Chancen geduldiger herausgespielt. Besonders über die Außenpositionen und durch schnelle Gegenstöße setzte Rostock nun Akzente. Mehrfach gelang es, den Rückstand auf vier Tore zu verkürzen. Die Mannschaft kämpfte um jeden Ball, zeigte Einsatz und mannschaftliche Geschlossenheit. „Wir hatten ja die Phase im Spiel mit der Möglichkeit, den Rückstand auf drei Tore, vielleicht auf zwei zu verkürzen. Da vergeben wir dann leider die freien Bälle und die Chance, das ganze hier vielleicht enger zu gestalten“, so Dominic Buttig. Der Rostocker HC kämpfte sich heran und schaffte es dennoch nicht, die Partie zu drehen.  Immer, wenn die Partie aus Mainzer Sicht zu kippen drohte, fanden die „Dynamites“ doch eine Antwort mit individueller Klasse: mal einen Distanzwurf oder einen verwandelten Siebenmeter.

Nach der wilden ersten Halbzeit ließen es beide Mannschaften im zweiten Durchgang etwas behutsamer angehen. Insgesamt betrachtet bewies der RHC mit 27 erzielten Treffern durchaus Offensivqualität. Und doch war die Chancenverwertung insgesamt, gerade in der entscheidenden Phase, nicht konstant genug, um den Favoriten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Auch wogen die 21 Gegentore in der ersten Halbzeit zu schwer. Spätestens beim 25:31 durch Claire Ramacher eingangs der 53. Minute war die Partie entschieden. Der Treffer von Christine Burgard zum 27:32 Sekunden vor dem Ende bedeutete dann auch das Endergebnis.

Die Analyse von RHC- Coach Dominic Buttig war nach dem Abpfiff zweigeteilt. Zum einen war er mit der Angriffsleitung weitestgehend zufrieden, kritisierte aber auch das Defensivverhalten- besonders die des ersten Durchgangs: „Wir laufen in der ersten Halbzeit fast nur hinterher und lassen Mainz im Positionsspiel Tempo aufnehmen. Das löste der Gegner dann auch schnell und dynamisch, nutzte die Lücken für Durchbrüche und die Kreiskooperation. Das machen wir in der zweiten Halbzeit dann viel, viel besser. Das sieht man auch an lediglich 11 Gegentoren. Wir spielen auch solide im Angriff weiter, so dass wir die zweite Halbzeit mit einem Tor gewinnen konnten. Wir vergeben leider in den entscheidenden Situationen unsere Chancen und lassen die Punkte so in Mainz liegen.“

Nach der Länderspielpause geht es für die Delfine am Samstag, den 18. April in der Liga weiter. Um 18.30 Uhr erwartet der RHC die HSG Freiburg. Die „Red Sparrows“ aus dem Breisgau haben momentan einen Lauf: Der 31:20- Auswärtssieg am vergangenen Spieltag in Kirchhof war bereits der vierte Sieg in Folge. Der Mitaufsteiger steht auf Platz 10 der Tabelle.

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