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Sebastian Heger

Eine Runde Geisterbahn

Rostocker HC verliert gegen die Füchse Berlin mit 20:35 (8:19)

Am 20. Spieltag der Alsco 2. Handballbundesliga der Frauen haben die Damen des Rostocker HC ihr Heimspiel verloren. Gegen die Füchse Berlin zeigte sich die Mannschaft von Trainer Dominic Buttig am Samstagabend chancenlos und musste eine herbe 20:35 (8:19)- Niederlage einstecken. Während die Gäste aus der Hauptstadt den kompletten Februar ungeschlagen blieben, dürfte für die Rostock Dolphins die nun folgende dreiwöchige Spielpause sehr gelegen kommen. Nach der siebten Niederlage in Folge gilt es für sie, sich physisch und mental auf die dann folgende, heiße Endphase der Saison vorzubereiten.

Das Abenteuer „Alsco 2. HBF“ dauert für die Delfine von der Ostsee nun bereits 20 Spiele. Auf dem großen Rummelplatz des Handballunterhauses gab es für sie bereits einiges zu erleben. Mal stand man an der Schießbude, mal wurde das große Los gezogen oder aber Tickets für eine wilde Fahrt auf der Achterbahn verteilt.

Am vergangenen Sonnabend war nun Geisterbahn angesagt. Was der Aufsteiger seinen zahlreich erschienenen Fans anbot, war streckenweise zum Gruseln. Zwischen dem 1:0 durch Neele Maria Konarske nach wenigen Sekunden und dem 20:35 von Patryca Drewnik kurz vor dem Schlusspfiff standen lediglich 18 weitere erzielte Tore zu Buche. Dafür fanden 20 Fehlwürfe und 17 misslungene Pässe ihren Weg in die Statistik.

Trotz des hoffnungsweckenden Starts dauerte es fast neun Minuten, bis Merja Wohlfeil das zweite Rostocker Tor an diesem Abend zum Stand von 2:7 erzielte (10.). Die Gäste aus Berlin überwanden ihre eigenen Anlaufschwierigkeiten deutlich schneller und kamen über Gegenstöße zu zahlreichen einfachen Toren. Zudem glänzten die Füchse mit ihrem Kreisläuferspiel. Jonna Schaube konnte über das ganze Spiel nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Hatte der RHC die ersten Angriffsversuche noch geduldig, nur ohne nennenswerten Ertrag vorgebracht, wurden die Offensivbemühungen mit fortlaufender Spielzeit immer wilder. Eine kleine Hochphase, die die Gastgeberinnen auf 5:9 durch Finia Wolf heranbrachte (14.), erwies sich als Strohfeuer. Die Fehlerzahl wurde, auch aufgrund der unnötigen Hektik, wieder höher. Zur Pause musste ein 8:19 quittiert werden.

Bei aller berechtigten Kritik durfte den Delfinen erneut eine stete Einsatzbereitschaft bescheinigt werden. Trotz des klaren Rückstands waren sie bemüht, im zweiten Durchgang die Dinge in ertragbarem Rahmen zu halten. Mit der Umstellung der Abwehr auf eine 5:1- Variante bekam man etwas mehr Zugriff. Eine Aufholjagd wie gegen Buchholz- Rosengarten vor Wochenfrist war ihnen allerdings nicht vergönnt.

Zu groß war die Überlegenheit der Berlinerinnen, die, wenn auch klar in Führung, weiter Vollgas gingen. Im engen Aufstiegsrennen zählt für sie jedes Tor. Und so blieb nach 60 absolvierten Spielminuten für die RHC- Damen lediglich zu erkennen, dass man die zweite Halbzeit nur mit 12:16 gegen ein Topteam der Liga verlor, insgesamt 20 selbst erzielte Tore für einen Punktgewinn aber selten ausreichen.

Dominic Buttig benannte in seiner Analyse nach Spielende die fehlende Balance zwischen schnellen Angriffsversuchen und der nötigen Absicherung sowie die hohe Fehlerzahl als Hauptgründe für die deutliche Niederlage: „Wir haben in der ersten Halbzeit die Tempospiel- Abwehr vernachlässigt und kriegen zu viele einfache Tore. Und dann sind wir in unserer Angriffsquote bei knapp über 30 Prozent. Das ist gegen so eine Mannschaft wie die Füchse natürlich tödlich.“

Für den Rostocker Trainer und seine Spielerinnen steht nun eine dreiwöchige Spielpause aufgrund der DHB- Länderspiele gegen Slowenien und des Haushahn Final 4 an. Buttig gibt seiner Mannschaft eine Woche frei, um anschließend in die Vorbereitung auf die verbleibenden zehn Partien der Rückrunde einzusteigen.

Am 21. März ist der RHC um 18.30 Uhr in Solingen beim Bergischen HC (7. Tabellenplatz) zu Gast. Eine Woche später gastiert der TuS Lintfort (16.) in Rostock- Marienehe.

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