Sebastian HegerDolphins gewinnen Krisengipfel
Rostocker HC gewinnt gegen den TuS Lintfort mit 37:25 (19:13)
Der Rostocker HC hat in der 2. Alsco Handballbundesliga der Frauen seine Negativserie gestoppt. Am 22. Spieltag gewann die Mannschaft von Trainer Dominic Buttig ihr Heimspiel gegen den TuS Lintfort mit 37:25 (19:13). Während die Gäste vom Niederrhein weiter auf den ersten Sieg seit November warten müssen, konnten die Dolphins nach zuvor acht Niederlagen am Stück endlich wieder jubeln.
„Krisengipfel“, „4- Punkte- Spiel“ oder „Abstiegsendspiel“ waren nur einige Vokabeln, die vor Anpfiff der Begegnung zwischen dem Aufsteiger und dem Tabellenschlusslicht die Gespräche in der Sporthalle Fiete Reder bestimmten. Trotz der langen Liste an Misserfolgen auf beiden Seiten begann das Spiel unerwartet flott: Eingangs der 13. Spielminute stand es bereits 8:8. Sowohl den Rostockerinnen als auch den Gästen aus Lintfort war der Wille anzumerken, den sprichwörtlichen „Bock“ endlich umzustoßen.
Eine Überzahlsituation, die Schiedsrichter schickten TuS- Spielerin Yara Vlaswinkel für zwei Minuten auf die Bank, nutzte der RHC, um erstmals mit zwei Toren in Führung zu gehen: Neele Maria Konarske traf zum 10:8 (14.). Wenig später stellte Hanna Schulz auf 12:9 (17.). Der leichte Vorsprung gab den Rostockerinnen spürbar Sicherheit. Hatte der Angriffsmotor in den vorangegangenen Partien ein ums andere Mal gestottert, so waren die Delfine an diesem Abend von Anfang an bemüht, von allen Positionen Gefahr auszustrahlen und die Fehlerzahl gering zu halten. So ließen sie sich auch nicht vom Siebenmetertor durch Lintforts Svenja Rottwinkel zum 13:12- Anschluss (24.) beeindrucken, sondern zogen bis zum Halbzeitpfiff das Tempo nochmals ordentlich an. Erst war Anna Franz trotz großer Bedrängnis nicht zu stoppen (16:12/ 27.), dann schlug die bestens aufgelegte Finia Wolf gleich doppelt zu, bevor Neele Maria Konarske das i- Tüpfelchen auf eine starke erste Halbzeit setzte und den Pausenstand von 19:13 erzielte.
Nach dem Wiederbeginn ließen die Gäste aus NRW ein wenig die Muskeln spielen und keinen Zweifel daran aufkommen, sich etwa bereits geschlagen geben zu wollen. Mit einer offensiveren Deckung störten sie das Rostocker Angriffsspiel früh und kamen nochmals auf. Beim 23:20 durch Leonie Udaw (42.) war man zumindest in Schlagdistanz. Doch mehr ließen ihre Gastgeberinnen nicht zu. Ihre lautstark bejubelte Rückkehr krönte Rostocks Nele Reimer sogleich mit einer Vorlage und ihrem Tor zum 25:21 (43.). Nur Sekunden später wusch Merja Wohlfeil noch einmal scharf nach, so dass Gäste- Trainerin Bettina Grenz- Klein ihre Mannschaft zur Auszeit rief. Der Meinungsaustausch zeigte allerdings mehr Wirkung auf Rostocker Seite. Trotz einer weiteren Lintforter Auszeit (49.) setzte der RHC zu einem 5:0- Lauf an, den Patryca Drewnik zum 31:21 krönte (52.).
Dies war verständlicherweise nicht nur die Vorentscheidung, sondern auch ein merklicher „Brustlöser“ für die Schützlinge von Trainer Dominic Buttig. Aus einer stabilen Deckung heraus, mit zwei guten Torhüterinnen dahinter, wurde, wie vom Trainerteam gefordert, von allen Mannschaftsteilen Verantwortung übernommen und auch in der Offensive Gefahr ausgestrahlt. Und so war es RHC- Regisseurin Finia Wolf vorbehalten, mit ihrem elften Treffer zum 37:25 den Schlusspunkt auf einen überaus verdienten Heimsieg zu setzen und dem heimischen Anhang Grund zum Jubeln zu geben.
Ihr Trainer war nach Spielende verständlicherweise mehr als zufrieden: „Das war heute eine sehr gute Mannschaftsleistung. In der Abwehr haben wir aus meiner Sicht an die letzten Wochen angeknüpft. Entscheidend war die kollektive Angriffsleistung, mit der Umsetzung meiner Forderung der letzten Wochen: Torgefahr und Verantwortung von allen Positionen. Hier haben wir heute sehr reif agiert, im Großteil des Spiels die richtige Temposteuerung gehabt und unsere Fehler geringgehalten. So war der Sieg auch in der Deutlichkeit aus meiner Sicht verdient“, so Dominic Buttig in seiner Analyse.
Am Ostersamstag geht es für die Delfine in der Liga weiter. Dann wird man um 19.30 Uhr vom 1. FSV Mainz 05 erwartet. Am vergangenen Wochenende verlor der kommende Gegner sein Auswärtsspiel bei der HSG Freiburg mit 30:36.