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Sebastian Heger

Dolphins verspielen Führung

Rostocker HC verliert gegen den HSV Solingen- Gräfrath 76 mit 26:28 (15:13)

Die Damen des Rostocker HC haben auch das dritte Heimspiel hintereinander verloren. In einem Nachholspiel vom 13. Spieltag der Alsco 2. HBF setzte es am Mittwoch eine unglückliche 26:28 (15:13)- Niederlage gegen den HSV Solingen- Gräfrath 76.

Dicht waren sie am ersten Heimsieg des Kalenderjahres dran, doch nach dem Abpfiff jubelten leider wieder nur die Gäste: Die Dolphins vom Rostocker HC haben auch das dritte Spiel hintereinander auf eigenem Parkett verloren. Dabei verpassten es die Gastgeberinnen, trotz guter Leistung und einer zeitweiligen 5- Tore- Führung die Punkte an der Küste zu behalten. In der Tabelle bleiben sie auf Platz 11, die Gäste auf dem fünften Rang.

Beide Mannschaften begannen die Partie sehr nervös und brauchten eine Weile, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Nach knapp 9 Minuten standen bereits drei verworfene Siebenmeter, davon zwei auf Rostocker Seite, einige Torwartparaden, zahlreiche Fehlpässe und nur sechs Tore zu Buche. Solingens Sophie Pickrodt markierte mit ihrem dritten Treffer das 2:4 für ihr Team. Die 21- jährige Kreisläuferin bekamen die gastgebenden Delfine zunächst nicht unter Kontrolle, insgesamt traf sie an diesem Abend sechsmal.

Doch der RHC berappelte sich im weiteren Verlauf. In der Abwehr ging man, salopp gesagt, giftig zu Werke und hatte mit Lena Clasen einen starken Rückhalt im Tor. Im Angriffsspiel zeigte Nele Reimer aufsteigende Form. Zunächst glich sie mit ihrem zweiten Treffer zum 4:4 aus (13.), nur um wenige Augenblicke später mit dem 5:4 die erste Rostocker Führung zu besorgen (14.). Diese konnte in den folgenden Minuten ausgebaut werden.

Ein 5:0- Lauf bescherte den Dolphins das 13:8 (22.). Beim Tor von Finia Wolf zum 15:10 in der 26. Minute hatte dieser Vorsprung immer noch Bestand. Dass diese Führung bis zum Pausentee ein wenig zusammenschmolz, hatte mehrere Ursachen. Zum einen agierten die Gastgeberinnen auf einmal überhastet und leisteten sich unnötige Fehler. Emma Dubraus Pfostentreffer nach Auszeit von Dominic Buttig rundete dieses Bild unglücklicherweise ab. Zum anderen hatte man auf Solinger Seite in Deborah Spatz eine Art Lebensversicherung. Ihre drei Tore vor der Halbzeit bedeuteten den Stand von 15:13 nach 30 Minuten.

Nach Wiederbeginn zeigte beide Mannschaften erneut ein paar Anlaufschwierigkeiten. Solingens Hannah Gutzeit traf erst in der 34. Minute zum 15:14. Nach halbzeitübergreifenden acht Minuten beendete Merja Wohlfeil die heimische Torflaute und erhöhte wieder auf 16:14. Patryca Drewnik konnte beim 20:17 (39.) sogar einen 3- Tore- Vorsprung herauswerfen. Doch wie gewonnen so zerronnen. Die Gäste aus der Klingenstadt kamen wieder auf und glichen zum 20:20 aus (43.). Der schönste Spielzug des Spiels war zuvor nicht von Erfolg gekrönt: Nele Reimers Wurf nach Kempa- Zuspiel hatte nur den Weg an die Latte gefunden (41.). Und als Luica Strack in der 49. Minute zum 23:22 traf, war der Rostocker HC ein letztes Mal in diesem Spiel in Führung.

Neun Sekunden später klingelte es bereits im eigenen Tor. Merit Müller hatte ausgeglichen. Ein Siebenmetertreffer von Deborah Spatz brachte Solingen- Gräfrath wieder in Führung, welche in Überzahl auf 23:25 ausgebaut werden konnte (53.). Diesen Vorsprung gab der HSV nicht mehr her. Am Ende stand es 26:28.

RHC- Trainer Dominic Buttig war nach dem Spiel sichtlich bedient: „Das ist die erste Niederlage in dieser Saison, die mich wirklich ärgert. Ohne die Leistung des Gegners schmälern zu wollen war heute mehr drin“, gab er nach Spielende zu Protokoll. „Wir spielen in der ersten Halbzeit eine gute Abwehr und fangen beim Stand von 15:10 an, überhastet zu agieren. Da verfallen wir in alte Muster wie auch gegen Rödertal.“

Einen Grund für den Leistungsabfall sah er in den Erfahrungswerten beider Teams. Die Unterschiede zwischen seiner jungen Mannschaft und dem gestandenen Gegner aus NRW beschrieb Buttig so: „Man sieht, dass wir in vielen Phasen auch einfach noch grün hinter den Ohren sind. Solingen hat sich von dem Rückstand nicht beirren lassen. Sie haben ihren Stiefel runtergespielt, also das, was sie gut können, bis zum Ende durchgezogen.“

Trotz aller Enttäuschung konnte der Rostocker Coach der Partie auch einen positiven Aspekt abgewinnen: „Was wir aus dem Spiel mitnehmen können, ist, dass wir gegen viele Mannschaften in der Liga mithalten können.“

Am kommenden Sonntag (16 Uhr) wird der Aufsteiger aus Rostock vom Liga- Primus erwartet. Für die Delfine geht es zum HC Leipzig, der die Tabelle mit 30:0 Punkten anführt. Am vergangenen Wochenende gewann der HCL in Freiburg mit 29:20.

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