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Katja (HLBR)

Dolphins können das Ruder nicht herumreißen

Rostocker HC verliert bei den HL Buchholz 08- Rosengarten mit 28:32 (12:19)

Ohne Punkte im Gepäck mussten die Damen des Rostocker HC am Samstag die Heimreise antreten. Am 19. Spieltag in der Alsco 2. HBF verloren die Dolphins mit 28:32 (12:19) bei den HL Buchholz 08- Rosengarten. Dabei erwies sich der hohe Pausenrückstand einerseits als zu große Bürde, andererseits zeigten die Schützlinge von Dominic Buttig zum wiederholten Mal Moral.  

Es war ein stimmungsvoller Handballabend in der Nordheidehalle in Buchholz. Doch am Ende jubelten aus Rostocker Sicht einmal mehr die Gegnerinnen. Im sechsten Spiel in Folge musste sich der nach wie vor personell gebeutelte Aufsteiger von der Ostsee geschlagen geben. Und einmal mehr waren eigene Fehler der Grund für die Niederlage.

Beim Anschlusstreffer zum 3:4 von der wiedergenesenen Patryca Drewnik (6.) war für die Gäste von der Ostsee die Welt noch halbwegs in Ordnung. Zwar war das Angriffsbild geprägt von vielen Abbrüchen, doch immer, wenn der Ball etwas schneller durch die eigenen Reihen lief, kam man auch zu Möglichkeiten. Die Gastgeberinnen wiederum hatten in ihrer Torhüterin Anja Rossignoli einen bärenstarken Rückhalt. Die 26- jährige Italienerin hatte in der 9. Minute ordentlich Grund zu feiern, als sie zunächst gegen die frei werfende Patryca Drewnik und anschließend den Rebound von Neele Maria Konarske parierte. Nur Sekunden später hielt sie auch den Gegenstoß von Megan Pieth (10.).

So sehr sich die Rostockerinnen im Angriff also mühten, so richtig wollte der Offensivmotor nicht ins Laufen kommen. Umso mehr taten die Gegentore per Konter sowie die Rückraumtore der „Handball- Luchse“ weh. Lene Marie Forsbach traf beispielsweise völlig unbedrängt zum 9:4 (12.). Mit jeder Parade, jeder Abwehraktion, jedem eigenen Tor wuchs das Selbstvertrauen der HL. Rostocks Trainer Dominic Buttig nahm zwei frühe Auszeiten (12./ 17.), um seine Mannschaft auf Kurs zu bringen, doch seine Worte fruchteten scheinbar erst mit Verzögerung. Zunächst einmal sorgte Marla Hinrichs für das 15:6 ihrer Mannschaft (20.).

„Es war ein verdienter Sieg für Buchholz- Rosengarten, vor allem aufgrund der ersten 20 Minuten. Mit unseren Fehlern haben wir die Luchse ins Rollen gebracht“, analysierte Dominic Buttig nach Spielende. „Wir treffen in dieser Phase unfassbar viele falsche Entscheidungen und haben eine zu hohe Fehlerquote im Angriffsspiel.“

Mit Blick auf den weiteren Verlauf wurde Rostocks Trainer ein wenig versöhnlicher: „Wir fangen uns dann ein bisschen. Ich denke, ab da war es ein Spiel auf Augenhöhe.“ In den Minuten bis zur Halbzeit fanden seine Spielerinnen nun besser in die Begegnung und konnten bis zur Pause den Rückstand etwas verkleinern. Neele Maria Konarske traf zum 12:19.

Mit viel Elan kamen die Rostock Dolphins aus der Kabine. Tor um Tor holten sie auf. Erst traf Hanna Strack ins verwaiste HL- Tor (36.) und schnürte nur Sekunden später, fein angespielt von Finia Wolf, den Doppelpack zum 16:20 (37.). Luchse- Trainer Dubravko Prelcec nahm eine Auszeit, doch die Dolphins blieben am Drücker. Um Tempo bemüht wirkten die Angriffe dennoch hin und wieder zu hektisch. Zwei Fehlversuche von Außen, ein kurios versemmelter Konter und ein Fehlpass rundeten in dieser Phase das Bild ab.

Doch der Rostocker HC kämpfte, und auch die HL Buchholz- Rosengarten zeigten Nerven: Mal ging der Wurf drüber, mal an den Pfosten oder an die Latte. Und dann stand mit Lena Clasen auch noch ein guter Rückhalt zwischen den Pfosten der Gäste. Im Bereich der vergebenen Chancen nahmen sich beide Teams in dieser Phase nichts, doch der RHC hatte etwas mehr Oberwasser. Erst lag Finia Wolf quer in der Luft und erzielte das 20:23 (43.), dann verwertete Neele Maria Konarske einen langen Ball von Lena Clasen zum 22:24 (46.).

Die Gäste waren drauf und dran das Ruder komplett herumzureißen. Zunächst verwandelte Patryca Drewnik, mit 11 Toren erfolgreichste Rostockerin in diesem Spiel, einen Siebenmeter zum 23:24 (47.), wenig später lief die 21- jährige erst einen Konter ab, um im Gegenzug für das 24:25 zu sorgen (49.). Nur noch ein Tor Rückstand: Die Dolphins waren wieder dran und konnten den Spielverlauf doch nicht auf den Kopf stellen.

Denn die HL nahmen ihre dritte Auszeit, stellten die Abwehr auf eine offensivere Variante um und somit die Weichen auf Sieg. Der RHC gab seine Taktik mit zwei Kreisläuferinnen auf, agierte wieder mit einer 3er- Rückraumreihe und verfiel in alte Muster. Vorn wollte das Runde nicht mehr in das Eckige, und hinten klingelte es gleich dreimal. Buchholz‘ Lotta Christiansen erzielte das 28:24 (53.) – ein Rückstand, von dem sich die Delfine nicht mehr erholen sollten. Sekunden vor dem Ende erzielte Jette Köppen das 28:32 aus Rostocker Sicht, was den Endstand bedeutete.

„Für solch ein wichtiges Spiel hat mir heute die nötige Körpersprache gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass wir mit mehr Fokus aufgetreten wären“, kritisierte ihr Trainer Dominic Buttig nach dem Abpfiff. „Man hat Rosengarten angemerkt, dass sie den Sieg heute mehr wollten. Wir spielen zwar eine richtig gute zweite Halbzeit, machen aber in der Schlussphase, in der der Gegner so offensiv deckt, zu wenig aus den sich bietenden Räumen.“

Am kommenden Wochenende steht für Buttig und seine Damen ein weiteres schweres Heimspiel an. Die Füchse Berlin geben sich in Rostock- Marienehe die Ehre. Der Tabellenvierte kommt mit der Empfehlung eines 28:23- Heimsiegs gegen die HSG Freiburg an die Küste. Anwurf ist um 18.30 Uhr.

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