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HC Leipzig

Dolphins halten nur eine Halbzeit mit

Rostocker HC verliert beim HC Leipzig mit 18:33 (12:16)

Der Tabellenführer der Alsco 2. HBF war dann doch eine Nummer zu groß. Nach einem 4- Tore- Rückstand zur Halbzeit kam der Rostocker HC beim HC Leipzig am Sonntagnachmittag noch mächtig unter die Räder und musste sich am Ende mit 18:33 (12:16) geschlagen geben.

Die ohnehin dünne Personaldecke der Delfine hatte in der Vorbereitung auf den 17. Spieltag weitere Löcher bekommen: Mit Patryca Drewnik und Nele Reimer mussten die Gäste auf zwei weitere Stammkräfte verzichten.

Man wolle den HCL vor Aufgaben stellen und ihn ein bisschen ärgern, so hatte es Rostocks Coach Dominic Buttig unter der Woche formuliert. Und seine Mannschaft ging die Mammutaufgabe forsch an. Es war zwar nicht immer schön anzusehen, was beide Teams in der Anfangsphase auf das Parkett zauberten – acht technische Fehler waren auf beiden Seiten in den ersten Minuten zu verzeichnen -, doch es wurde auch Handball gespielt.

Der RHC war bemüht, aus einer geschlossenen 6:0- Deckung aggressiv zu agieren und im Angriff aufs Gas zu drücken. Der Leipziger Angriff/ Abwehr- Wechsel sollte so ausgenutzt werden. Das Ganze ließ sich gut an. Neele Maria Konarske kam von Rechtsaußen frei zum Wurf und sorgte mit einem feinen Dreher für den 3:3- Ausgleich (5.). Sekunden später schloss die junge Rostocker Flügelspielerin einen Konter sauber ab und brachte die Gäste in Führung.

Doch bereits in dieser frühen Phase des Spiels zeigte sich, was am Ende des Tages den Unterschied zwischen dem ungeschlagen Ligaprimus und dem Aufsteiger von der Ostsee machen würde. Zwar konnte man sich mehrfach in der Defensive die Bälle erkämpfen, doch in der Vorwärtsbewegung stotterte der Motor.

Als die Fehlerrate auf Seiten der Leipzigerinnen etwas sank, die Gegenstöße besser gesetzt und die heimischen Angriffe konzentrierter ausgespielt wurden, änderte sich auch das Spielgeschehen. Der HCL übernahm das Kommando und hatte immer wieder mit Abschlüssen über die Außen Erfolg. Pauline Uhlmann markierte ihren vierten von fünf Treffern und netzte zum 8:6 ein (13.).

Die Gäste von der Warnow blieben zwar bei der Sache, ließen aber den nötigen Biss im Abschluss vermissen. Merja Wohlfeils freier Wurf vom Kreis brachte ebenso wenig ein wie der wohl spektakulärste Rostocker Angriff in diesem Spiel: Nach toller Parade von Lena Clasen gegen Leipzigs Laura Klocke bediente sie die losgesprintete Neele Konarske, welche aber leider nur den Pfosten traf (24.). Schöne Abschlüsse wie der 10 Meter- Wurf von Emma Dubrau zum 12:9 blieben Mangelware. Kurz vor der Pause verwandelte Dubrau dann einen Siebenmeter zum Halbzeitstand von 16:12.

Nach dem Wiederanpfiff zeigte sich die Gäste- Abwehr zunächst noch sattelfest. Die ersten beiden Leipziger Angriffe konnten unterbunden werden, erst der dritte Versuch fand seinen Weg ins Gehäuse. Lilly Glimm war mit einem Heber erfolgreich (32.). Den Delfinen ihrerseits bereiteten die eigenen Angriffsversuche weiterhin Probleme.

Es dauerte bis in die 38. Minute, dass der RHC in Person von Merja Wohlfeil einen eigenen Treffer bejubeln durfte. Gekonnt tunnelte die Rostocker Kreisläuferin Nele Kurzke im Leipziger Kasten und beendete eine achtminütige Flaute. Allerdings befanden sich die Gäste zu diesem Zeitpunkt bereits mit 21:13 im Hintertreffen.

Und dieser Rückstand sollte noch weiterwachsen. Bei eigener Unterzahl marschierte HCL- Spielerin Lisa Lammich völlig unbedrängt durch die RHC- Abwehr und sorgte für das 23:13. Erstmals waren die Gastgeberinnen mit zehn Toren in Führung, welche sie nicht verwalteten, sondern weiter ausbauten. Eine Entscheidung war in dieser Spielphase zwar längst gefallen, doch der kleine 3:0- Lauf des Rostocker HC von 28:14 (49.) auf 28:17 (52.) beschreibt, was die Gäste in dieser Saison ausmacht. Trotz klarem Rückstand steckte man den Kopf nicht in den Sand und probierte es immer und immer wieder.

Der Heimsieg des HC Leipzig stand nicht mehr zur Diskussion, doch bei etwas mehr Wurfglück und vor allem weniger Fehlern wäre für die Dolphins nicht nur ein versöhnlicheres Ergebnis drin, sondern ihnen auch zu wünschen gewesen.

Am Ende stand eine klare 33:18- Niederlage, deren Zustandekommen RHC- Trainer Dominic Buttig so beschrieb: „Ich habe über weite Strecken ein gutes, aktives Abwehrspiel gesehen, mit dem wir auch viele Ballgewinne erzielen konnten. Jedoch hatten wir im Angriff auch zu viele überhastete Abschlüsse oder Ballverluste, die Leipzig dann fürs Tempospiel nutzen konnte, vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit, als sie dann wegzogen.“

Trotz des deutlichen Endstands war Buttig nicht unzufrieden mit dem Auftritt seiner Damen und führte nochmals die enge Personalsituation an: „Ich finde, unsere Leistung war heute besser als es das Ergebnis aussagt. Durch die zusätzlichen Ausfälle von Nele und Patty mussten wir uns wieder ein wenig was einfallen lassen und improvisieren.“

Am kommenden Sonnabend (18.30 Uhr in der Fiete- Reder- Halle) wartet bereits die nächste schwierige Aufgabe auf seine Mannschaft. Mit der TG Nürtingen stellt sich der Tabellenzweite an der Ostsee vor. Im Hinspiel gab es eine 27:45- Niederlage gegen die Mannschaft aus Baden- Württemberg. Am vergangenen Wochenende gewann die TG ihr Heimspiel gegen Freiburg mit 37:25.

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