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Sebastian Heger

Dolphins verpassen weiteren Big Point

Rostocker HC verliert gegen den ESV 1927 Regensburg mit 31:34 (13:15)

Das erste Heimspiel des neuen Jahres in der Alsco 2. HBF ist für die Damen des Rostocker HC in die Hose gegangen. Gegen die „Bunkerladies“ vom ESV 1927 Regensburg mussten die Dolphins am Samstagabend eine 31:34- Niederlage hinnehmen. Bevor die Hinrunde mit dem Nachholspiel gegen Solingen- Gräfrath am 4. Februar offiziell endet, steht am kommenden Wochenende bereits der Rückrundenauftakt gegen den HC Rödertal auf dem Programm.

Welche Entwicklung der Aufsteiger aus Rostock in dieser Hinserie genommen hat, ließ sich nach Spielende gut an der Reaktion der Protagonistinnen, Verantwortlichen und geneigten Zuschauer ablesen. Wäre man zu Saisonbeginn noch mit einer knappen Niederlage gegen starke Gegnerinnen aus Regensburg zufrieden gewesen, so sind die Ansprüche an der Küste gewachsen. Man haderte mit teilweise zu harmlosen Abschlüssen, Abspielfehlern und einer, zumindest stellenweise, zu halbherzigen Abwehrarbeit.

„Das war heute eine ärgerliche Niederlage, die kein Beinbruch, aber unnötig ist. Ich hätte mir mehr Konsequenz und Zielstrebigkeit gewünscht“, Dominic Buttig nach Spielende.

Der Rostocker Trainer und seine Mannschaft nahmen die Zuschauer in der Fiete- Reder- Halle in Marienehe mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Hatte Buttig vor dem Spiel noch vor den dynamischen und temporeichen Angriffswellen des ESV gewarnt, so nahmen die Delfine dennoch die Gegenspielerinnen zu Beginn oft viel zu spät an, so dass die Gäste schnell deutlich führen konnten. Beim 3:8 und 4:9 durch Regensburg erfolgreichste Werferin Julika Birnkammer (9 Tore) sah man sich bereits mit fünf Toren im Rückstand (11. /12. Minute).

Doch dass von einem solchen Rückstand die Welt noch nicht untergeht, weiß der RHC nicht erst seit dieser Saison. Einmal mehr zeigten die Buttig- Schützlinge Moral und schlugen zurück. Angeführt von einer zu großer Form auflaufenden Lena Clasen im Tor kämpften sie sich wieder heran. Beim 9:11 nach 22 Minuten war man wieder in Schlagdistanz.

Die Gäste aus der Oberpfalz hatten nach starkem Beginn zu diesem Zeitpunkt etwas den Fuß vom Gas genommen, leisteten sich ebenso einige technische Fehler sowie Fehlwürfe. Folgerichtig nahmen sie eine Auszeit. Der Angriff nach Wiederanpfiff brachte für den ESV nichts ein, doch leider fand, aus Rostocker Sicht, im Gegenzug der Ball von Luica Strack nur den Weg an den Pfosten.

In den folgenden Minuten berappelte sich Regensburg und erhöhte auf 9:13 (24.). Hier zeigte sich, was am Ende des Abends spielentscheidend sein würde: In den wichtigen, engen Phasen der Partie war der ESV stets wacher und präsenter. Mal war es die Kapitänin der Gäste Franziska Peter, die in allerletzter Sekunde noch ein gutes Auge bewies, mal die bereits erwähnte Julika Birnkammer mit ihren Durchbrüchen, aber auch, besonders im ersten Durchgang, die sehenswerten Aktionen über Linksaußen, die den Unterschied machten. Mit einem Wurf ins verwaiste Gäste- Tor sorgte Rostocks Torhüterin Clasen für den 13:15- Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Rostock Dolphins ihre beste Phase in dieser Begegnung. Zwei Tore von Anna Franz bedeuteten zunächst den Ausgleich (34.), und zwei Minuten später sorgte Nele Reimer nach einer weiteren Glanztat von Lena Clasen für das 16:15. Es war die erste Führung der Gastgeberinnen in dieser Partie. In der Folgezeit bewegten sich beide Teams auf Augenhöhe. Mehr als ein Tor Vorsprung war keinem von ihnen vergönnt.

Wie bereits erwähnt waren es die kleinen Dinge im Handballerleben, die das Geschehen entscheiden sollten. Beim Stand von 23:22 vergaben die Rostockerinnen einen Siebenmeter (46.) und konnten sich keinen Puffer für eine enge Schlussphase zulegen. Und als eine eigene Überzahlsituation kurz vor dem Ende mit 1:2 verlorenging und Nele Maria Konarske nur den 28:31- Anschluss herstellen konnte, war rückblickend die Vorentscheidung gefallen (56.). Der Rückstand sollte auch beim 31:34 bei Abpfiff Bestand haben.

Im Resümee bleibt festzuhalten, dass sich die Dolphins hinsichtlich der kämpferischen Moral keine Vorwürfe gefallen lassen mussten. Auch wurden diverse taktische Mittel probiert, um dem Gegner beizukommen, so wie etwa die Variante mit einer zweiten Kreisläuferin im ersten Durchgang. Aber weder dies noch der Torwartwechsel oder die offensive Abwehr in der Schlussphase sollten ausreichen, um diesmal Zählbares in den Händen zu halten. Zu unaufgeregt und fokussiert war der Auftritt der Gäste letztendlich gewesen.

„Wir hatten zwei ungünstige Phasen in diesem Spiel“, analysierte Dominic Buttigs nach dem Spiel. „Einmal die ersten 20 Minuten: Da stehen wir in der Abwehr viel zu passiv und unterbinden die dynamischen Anläufe der Regensburgerinnen zu spät. Und dann haben wir Mitte der zweiten Halbzeit eine Phase, in der wir zwei, drei Bälle einfach weggeben. Da haben wir Regensburg das Spiel drehen und davonziehen lassen.“

Insgesamt war der Rostocker Coach mit der Offensivleistung nicht zufrieden. Seine Meinung deckte sich im Übrigen mit der seines Trainerkollegen Bernhard Goldbach, der ankündigte, „über die Abschlüsse in der Woche reden zu wollen“, was bei insgesamt 65 Toren durchaus anspruchsvoll anmutet.

„Über das ganze Spiel sind die Abschlüsse ein Faktor. Da haben wir zu viel eklatant vergeben und müssen cleverer werden, besonders was die Würfe mit Kontakt angeht“, meinte Buttig abschließend.

Am kommenden Sonnabend gastiert der HC Rödertal in Rostock. Zum Saisonauftakt setzte es für den Rostocker HC im Hinspiel eine deftige 21:36- Niederlage. Die Sächsinnen sind momentan Tabellenvierter und feierten am Sonnabend einen 40:21- Auswärtssieg in Freiburg. Anwurf ist wie gewohnt um 18.30 Uhr.

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