Rostocker HC II – SG OSF Berlin 23:22 (9:11)

Rostock Am Ende wurde es dramatisch. Exakt 27 Sekunden vor der Schlusssirene erzielten die Gäste den umjubelten Ausgleich zum 22:22. Aber einen letzten Angriff hatte der Rostocker HC noch. Nachdem eine OSF-Spielerin zur Abwehr des letzten Wurfversuchs durch den Kreis gelaufen war, entschieden die beiden Unparteiischen auf Strafwurf für die Jung-Dolphins. Jette Köppen übernahm die Verantwortung und ging zum Punkt.

Es war eine ungewöhnliche Anwurfzeit für ein Heimspiel des Juniorteams des Rostocker HC in der Oberliga Ostsee-Spree. Nach einem langen Pokaltag des Bezirkshandballverbands, unter anderem mit einem Pokalsieg der E-Jugend des Rostocker HC, startete um 19:00 Uhr die Viertligapartie zwischen dem RHC II und der SG OSF Berlin. Die Gäste aus der Hauptstadt kamen dabei als Tabellenzweiter an die Ostseeküste und wollten gegen das junge Rostocker Team diesen Tabellenplatz verteidigen. Die Spielerinnen von Dominic Buttig hingegen wollten natürlich Revanche für die knappe 19:20-Niederlage im Hinspiel und nach zuletzt zwei Niederlagen zurück in die Erfolgsspur finden.

Der erste Treffer der Partie gelang den Gästen, doch die Einheimischen glichen umgehend aus. Und so blieb es bis kurz vor der Pause ein umkämpftes Spiel, in dem OSF zumeist vorlegte und die Einheimischen nachzogen. Insbesondere die Abwehr um Lucy Schelske machte ihre Sache richtig gut, allerdings fehlte im Umkehrspiel oft ein wenig die nötige Genauigkeit. Bezeichnend hierfür sind die letzten vier Spielminuten des ersten Durchgangs, in denen die Berlinerinnen Rostocker Fehler nutzten und aus einem 9:9 einen 11:9-Vorsprung herauswarfen.

Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Deckung der Gastgeberinnen stark und auch Emilie Lührmann, die jetzt zwischen den Pfosten stand, erwischte einen sehr guten Tag. Im Spiel nach vorn waren die Damen aus der Hansestadt jetzt jedoch deutlich genauer im Abschluss, glichen beim 12:12 (34.) wieder aus und hatten beim 14:12 (37.) sogar erstmals selbst einen Vorsprung von zwei Toren. Aber auch OSF hatte eine gute Mannschaft, kämpfte sich wieder auf 15:16 (43.) heran.

Doch dann begann die stärkste Phase des RHC. Die Abwehr war jetzt förmlich unüberwindbar, nach vorn wurde schnell und variabel gespielt. Plötzlich stand es 20:15 (52.) und dieser Vorsprung hatte auch beim 21:16 (53.) noch Bestand. Entschieden war die Partie aber noch lange nicht. Die Gäste zeigten kämpferisch, warum sie in der Tabelle oben stehen und waren beim 19:22 (56.) erneut dran.

Dann verletzte sich eine OSF-Spielerin bei einem Sturz am Kopf, die Partie war für etwa 20 Minuten unterbrochen. Wir wünschen Kim Kucharski, die in die Rostocker Uniklinik gebracht wurde, auf diesem Weg gute Besserung.

Die Gäste steckten die lange Unterbrechung deutlich besser weg, kamen nun Tor um Tor heran, glichen kurz vor Schluss zum 22:22 aus. Dann gab es die letzte Strafwurfentscheidung für den Rostocker HC. Jette Köppen stellte sich der Verantwortung, schnappe sich den Ball und verwandelte sicher zum 23:22 Endstand.

„Wir haben uns heute das Leben selbst schwer gemacht. Unsere Abwehr hat mir sehr gut gefallen, aber gerade die letzten Spielminuten, als OSF in eine offensive Deckungsvariante wechselte, kommt unserem Spiel eigentlich sehr entgegen. Hier haben wir uns heute zu blauäugig angestellt. Trotzdem, der Kampfgeist, die Einsatzbereitschaft aller Spielerinnen hat gestimmt, sodass für mich unser Erfolg heute absolut verdient war“, freut sich auch Dominic Buttig über den Punktgewinn.

Für seine Mannschaft war dieser Erfolg der Start in eine englische Woche mit den drei letzten Saisonspielen. Am kommenden Mittwoch um 20:00 Uhr muss das Team bei der HSG Neukölln antreten, bevor dann mit zwei Heimspielen am Wochenende die Oberligasaison beendet sein wird. Am Sonnabend um 15:00 Uhr ist in der Fiete-Reder-Halle der HV Grün Weiß Werder zu Gast, bevor dann am Sonntag zu selben Zeit als krönender Abschluss das Landesderby gegen Fortuna Neubrandenburg auf dem Programm steht.

OM

Spielfilm:
0:1, 2:1, 2:4, 5:5, 7:6, 7:8, 9:9, 9:11 – 10:12, 14:12, 17:15, 20:15, 21:16, 22:18, 22:22, 23:22

Siebenmeter:
RHC: 5/4, OSF: 2/1

Zeitstrafen:
RHC: 8 Minuten, OSF: 4 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
Lucy Schelske, Emilie Lührmann – Julia Hinz (4), Emily Selle (1), Emilia Schultz (2/1), Jette Köppen (6/3), Luisa Schubert (4), Greta Zippel, Antonia Fränk, Megan Pieth (1), Jette Burghardt (1), Aenna Schult (2), Analena Schön (2)