„Vom Kader und Trainerstab her gut aufgestellt“

Ute Lemmel berichtet über die Situation im Jugendbereich des Rostocker HC

Mit der ersten Frauenmannschaft des Rostocker HC steigt am Wochenende (Sonnabend, 17. Oktober um 17 Uhr/ Fiete- Reder- Halle) auch das letzte Team des RHC wieder in den Spielbetrieb ein. Im Jugend- sowie im Frauenbereich (auf Landesebene) sind die ersten Partien bereits gespielt. Nach der kurzen Pause aufgrund der Herbstferien geht es hier am kommenden Wochenende weiter. Im Gespräch berichtet Rostocks Trainerin Ute Lemmel über die momentane Gemengelage und gibt einen Ausblick auf eine hoffentlich erfolgreiche Saison.

Die Saison 2020/21 ist in vollem Gang. Am Wochenende steigen auch die Dolphins als letztes Team wieder in den Spielbetrieb ein. Wie sind die anderen Mannschaften in das Spieljahr gestartet?

Alle Teams sind mit ordentlichen Ergebnissen gestartet. In Anbetracht der Gesundheitslage im Land läuft unser Trainingsbetrieb relativ normal. Was die Heimspieltage angeht haben wir uns mit dem HC Empor abgestimmt, so dass die Jugendspiele im weiblichen und männlichen Bereich im Moment nicht parallel, sondern getrennt voneinander in Marienehe stattfinden. Für die Spielzeit sind wir sehr gut aufgestellt, sowohl was die Kader als auch die Trainer angeht.

Im Trainerstab gibt es einige Neuzugänge. Wie klappt die Zusammenarbeit?

Mit Dominic Buttig ist ein bereits in jungen Jahren erfahrener Trainer aus Bremen zu uns gekommen. Er betreut unsere B- Jugend in der Oberliga Ostsee- Spree sowie das Juniorteam in der Landesliga der Frauen. Er ist jung, dynamisch und leistungsorientiert. Mit ihm kommt ein frischer Wind hinein. Kurz gesagt: Dominic ist eine Bereicherung. Den Bereich der D- Jugend haben mit Sophie Powierski und Julia Böhme zwei Spielerinnen unserer ersten Frauenmannschaft übernommen. Beide tragen unser Konzept voll mit: Die Ausbildung der Spielerinnen soll im Vordergrund stehen, bevor ergebnisorientiert gedacht wird. Dazu haben wir mit Michael Selle zwar keinen Neuzugang im Trainerstab, aber mit ihm eine neue Position geschaffen. Micha wird jahrgangsübergreifend die Torhüterinnen im athletischen Bereich trainieren.

Mit der B- Jugend und der D- Jugend haben wir schon über zwei Altersklassen gesprochen. Wie sieht es in den anderen Jahrgängen aus?

Zunächst muss man sagen, dass wir in dieser Saison keine A- Jugend gemeldet haben. Die U20- Spielerinnen trainieren in den Frauenmannschaften mit und kommen im sogenannten Juniorteam gemeinsam mit B- Jugendlichen in der Landesliga zum Einsatz. Unser Ziel in der Jugendarbeit ist wieder eine kontinuierliche Entwicklung der Juniorinnen bis in den Bereich der A- Jugend. Unsere Arbeit mit den Kindern geht ja schon sehr früh los. Bärbel Kordt bietet eine Trainingszeit in der Sporthalle „Petrischanze“ als „Vorschul- Turnen“ ab einem Alter von vier Jahren an. Im Bereich der F- Jugend ist Bärbel gerade mit dem Aufbau einer Mannschaft beschäftigt. Da haben wir momentan noch ein kleines Loch. Unsere E- Jugend tritt im Bezirk an. Hier hat sich Tine Lahn einen tollen Kader entwickelt. Die Mädchen haben bereits sehr ansprechende Leistungen geboten. Zur D- Jugend ist noch zu sagen, dass der ältere Jahrgang bereits im Bereich der C- Jugend zum Einsatz kommt.

Du hast die C- Jugend angesprochen. Wie sieht es in dieser Altersklasse aus?

Dass wir in diesem Bereich ein  „Kaderproblem“ haben ist übertrieben. Mit einer ersten und zweiten Mannschaft treten wir hier erstmals mit zwei Teams im Landesbereich an, wobei wir eine klare Trennung der Jahrgänge 2006 und 2007 vorgenommen haben. Daraus resultiert eine geringe Anzahl von Spielerinnen pro Mannschaft, doch uns geht es hier um hohe Einsatzzeiten für alle Athletinnen. Natürlich ist dieses Jahr für den jüngeren Jahrgang dazu da, Erfahrungen zu sammeln. Unser Ziel ist auch hier, einen breiten Kader für den kommenden B- Jugendbereich und perspektivisch auch für den der A- Jugend zu entwickeln.

Die B- Jugendlichen von Dominic Buttig treten als einzige Nachwuchsmannschaft überregional an. Wie lauten hier die Ziele?

Das ist richtig. Dominics Mannschaft spielt in der Oberliga Ostsee- Spree der Handballverbände von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern. Hier trifft man auf bekannte Namen. Zum Auftakt konnte die B- Jugend gegen den Berliner TSC zu Hause gewinnen. Beim Frankfurter HC haben die Mädchen leider knapp verloren. In diesem Altersbereich haben wir eine Kooperation mit der SG Vorpommern/ Greifswald geschlossen, die man gar nicht genug loben kann. Die Mannschaft möchte in der Liga oben mitspielen. Perspektivisch ist die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft das Ziel.

Über die konzeptionelle Ausrichtung der RHC- Nachwuchsarbeit bis hin zur A- Jugend hast Du berichtet. Im Spiel- und Trainingsbetrieb ist der Verein auf der einen Seite scheinbar gut aufgestellt. Wie sieht es mit der schulischen Seite aus?

Uns war es wichtig, eine Hierarchie in der Jugendarbeit zu entwickeln. Es beginnt mit dem ältesten Jahrgang in der B- Jugend und geht runter bis in den Vorschulbereich mit der Arbeit von Bärbel Kordt. In unserer Vereinssatzung ist das Prinzip des Leistungssports, vielmehr das des leistungsorientierten Handballs im weiblichen Bereich festgeschrieben. Dafür wird es ab dem Alter der 5. und 6. Klasse interessant. Mit der Bildung von Sportlerklassen können wir mit unseren Partnerschulen in dieser Orientierungsphase Angebote machen, wie die Spielerinnen und ihre Familien den Leistungssport und die Schulbildung unter einen Hut kriegen können. Insgesamt soll allen Spielerinnen der Spaß am Spiel, die Hinführung zum Leistungssport und ein guter Schulabschluss ermöglicht werden.

Das Gespräch führte Ulf Luschas.


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