Überraschung beim Aufstiegskandidaten

SV Fortuna 50 Neubrandenburg – Rostocker HC II 21:21 (9:13)

„Das mache ich nicht noch einmal mit. Dann spiele ich lieber mit Verletzung.“ RHC-Flügelflitzerin Josephin Pohanka war nach dem Schlusssignal sichtlich geschafft. Wie der verletzten Spielerin ging es dem gesamten Gästeteam. Mit einer kämpferisch ganz starken Leistung hatte man dem selbsternannten Aufstiegskandidaten Fortuna Neubrandenburg einen Zähler abgenommen und geht nun mit einem ausgeglichenen Punktekonto (8:8) nach einer bisher tollen Saison in die verdiente Weihnachtspause.

Dabei hätten die Voraussetzungen für den MV-Liga-Aufsteiger beim ersten Spiel der Rückrunde nicht viel ungünstiger sein können. Lediglich 2 A-Jugendliche hatte das Trainerteam Brigit Polkehn und Andrea Hamann als Verstärkung zur Verfügung und so reiste man mit einem Minikader von 8 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen an. Trainerin Brigit Polkehn nahm es mit Humor: „Eigentlich haben wir heute nur Rückraumspielerinnen dabei, aber dann könnt ihr ja mal überraschend von einer anderen Position werfen.“ Die Zielvorgabe der Trainerin war dann auch eindeutig: „Wir wollen hier möglichst lange gut mithalten.“

Und so startete man gegen die voll besetzten Gastgeberinnen in ein Spiel, das so völlig anders verlief, als es alle erwartet haben.

Bereits nach 27 Sekunden ging die Fortuna in Führung, A-Jugendspielerin Sarah Müller glich mit ihrem ersten von 4 Toren aus. Bis zur 11. Minute blieb das Spiel ausgeglichen. Dann hatte die zweite Vertreterin der A-Jugend, Sara Peters im Tor des RHC, ihren ersten großen Auftritt und entschärfte einen Neubrandenburger Siebenmeter. Nicht nur mit dieser Parade gab die junge Torhüterin ihrer Abwehr die nötige Sicherheit. Und damit lief es auch im Spiel nach vorn. Von allen Positionen versuchten die Gäste zum Torerfolg zu kommen und konnten so gegen offensichtlich überraschte Fortunen bis zur Halbzeit einen 13:9-Vorsprung herauswerfen.

„Ihr dürft jetzt nicht nachlassen. Sie werden jetzt kommen, können es sich eigentlich nicht leisten, schon wieder Punkte liegen zu lassen.“ Brigit Polkehn ahnte, dass Fortuna im zweiten Durchgang zulegen würde. Insbesondere in den ersten 5 Minuten der zweiten Halbzeit gelang das den Gastgeberinnen recht gut. Durch 5 Treffer in Folge drehten sie das Spiel und führten plötzlich mit 14:13. Aber die Ostseestädterinnen kämpften um jeden Ball, nutzten ihre Chancen und gingen selbst wieder in Führung. Es entwickelte sich eine hochdramatische Schlussphase, in der es 30 Sekunden vor dem Ende 21:20 für Fortuna stand. Dann nahm sich Franziska Rick ein Herz, zog auf der für sie ungewohnten Rechtsaußenposition ab und verwandelte zum umjubelten 21:21.

Trainerin Polkehn war einfach nur glücklich: „Wir haben uns selbst das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht. Es hätte mir für meine Mädchen nach dieser kämpferisch tollen Leistung unendlich leidgetan, wenn wir uns nicht selbst belohnt hätten.“

Jetzt geht es für das Team in eine kurze Weihnachtspause, denn bereits am 6. Januar steht das Nachholspiel bei der TSG Wismar II auf dem Spielplan. Bis dahin wünschen wir allen Spielerinnen, dem Trainerteam und den treuen Fans eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start in das Jahr 2018.

Spielfilm:

1:0, 1:2, 4:2, 4:4, 5:5, 5:8, 7:8, 8:9, 8:13, 9:13 – 14:13, 14:6, 15:17, 17:17, 19:20, 21:20, 21:21

Siebenmeter:

RHC: 3/2, Fortuna: 6/4

Zeitstrafen:

RHC: 6 Minuten, Fortuna: 4 Minuten

So spielte der Rostocker HC:

Josephine Nau, Sara Peters – Anne Gaevert (1), Sarah Müller (4), Maxi Boelter (5), Franziska Rick (3), Isabell Duwe (2/1), Annika Müller-Eigner (1), Lisa Kaden (3/1), Julia Janke (3)


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