Tolles Bundesliga- Wochenende ohne Happy End

A-Jugend des Rostocker HC scheidet in der Bundesliga- Vorrunde aus

Die A- Jugend- Mädchen des Rostocker HC sind in der Vorrunde der Jugendbundesliga ausgeschieden. Am abschließenden Heimspiel- Wochenende konnte am Samstag zwar der bereits als Tabellenerster feststehende VfL Oldenburg mit 25:19 besiegt werden, doch im alles entscheidenden Duell gegen den TSV Nord Harrislee musste man sich am Sonntag mit 25:30 geschlagen geben.

Die Bedingungen für das Weiterkommen, sprich die Qualifikation für die Hauptrunde, waren klar. Nur ein Sieg gegen die Jugendabteilung des Zweitligisten aus Harrislee– am besten mit zwei Toren- würde das Überwintern in der Bundesliga bedeuten. Der Aufgalopp am Samstag gegen Oldenburg hatte eher statistischen Charakter, wobei hier noch eine Rechnung aus dem Hinspiel zu begleichen war. Ende September hatte man sich in Niedersachsen teuer verkauft und sich erst in der Schlussphase geschlagen geben müssen. Dies galt im Übrigen auch für das Aufeinandertreffen mit dem kleinen „Nordexpress“ aus Harrislee. Hier unterlag man am ersten Spieltag nach einer turbulenten Schlussphase durch einen Siebenmeter in der Schlusssekunde mit 24:25.

Die altehrwürdige Fiete- Reder- Halle in Rostock- Marienehe war für ein stimmungsvolles Wochenende hergerichtet: volles Haus und gute Atmosphäre waren garantiert. Knapp 380 Zuschauer sahen bereits am Sonnabend die Partie gegen den mit bis dato drei Siegen bereits feststehenden Gruppensieger aus Oldenburg. Hier setzten sich die Rostocker Mädchen mit 25:19 durch. Bis zum 3:4 agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Mit einer couragierten Vorstellung in der Abwehr und einem schnellem Umkehrspiel setzten „die kleinen Delfine“ zum einem 7:0- Lauf an. Hier hatte der RHC in den entscheidenden Momenten Sara Peters im Tor und bei gleich mehreren Aluminiumtreffern des VfL auch das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite. Die Rostockerinnen, unterstützt von A- Jugendlichen des SV Grün Weiß Schwerin und von Fortuna Neubrandenburg, entwickelten viel Druck aus dem Rückraum und zogen dem Kontrahenten, schlussendlich den Zahn- auch wenn das Ergebnis vielleicht ein wenig zu deutlich ausfiel.

Dass der Erfolg gegen den VfL Oldenburg nach dem Wochenende letztendlich nur statistischen Wert haben sollte, hatte verschiedene Ursachen. Zum einen war die Ansetzung des Spiels gegen den TSV Nord Harrislee am Sonntag mit Sicherheit ungünstig. Im entscheidenden Duell um Platz 2 in der Gruppe hatte das Rostocker Juniorteam das Samstagsspiel bereits „in den Knochen“. Die nicht ganz so ausgewogen vergebenen Zeitstrafen gegen den VfL am Vortag bedeuteten dazu einen größeren Kräfteverschleiß. Davon war allerdings zu Beginn der Partie nichts zu merken. Der RHC führte früh mit 4:1 (6.) und war beim 12:5 nach 23 Minuten sogar mit sieben Treffern in Front. So seltsam es klingen mag, so muss an dieser Stelle dennoch die Chancenverwertung kritisiert werden. Zu diesem Zeitpunkt war bereits eine höhere Führung im Bereich des Möglichen. Bis zur Pause konnten die Gäste den Rückstand ein wenig verringern, so dass beim Stand von 15:10 die Seiten gewechselt wurden.

Wie verwandelt kamen beide Mannschaften aus den Kabinen, und es bewahrheitete sich die alte (leicht abgewandelte) Weisheit, dass drei gute Halbzeiten einfach nicht ausreichen. Trotz des Fünf- Tore- Vorsprungs bei eigenem Anwurf wirkte das hanseatische Spiel auf einmal fahrig. Hektik und Nervosität machten sich breit, und der TSV Nord bekam Oberwasser. Eine frühe Rostocker Auszeit (34.) konnte nicht verhindern, dass die Gäste aus der Flensburger Peripherie beim 16:16 wieder dran waren (35.). Die Gastgeberinnen waren vom schnellen Verlust der klaren Führung geschockt, aber auch sichtlich bemüht, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu nehmen. Allerdings hatte ihr Spiel deutlich an Struktur verloren. Querpässe bestimmten die Szenerie und wurden durch einige technische Fehler ergänzt. Die so wichtigen einfachen Tore machte nun der Gegner, der beim 19:20 (41.) erstmals in Führung war. Mit diesem mentalen Tiefschlag ging auch der konditionelle Abbau einher. So übernahm der TSV Nord Harrislee immer mehr das Spielgeschehen und konnte die Partie zu seinen Gunsten entscheiden. Spätestens nach dem 22:26 durch Lara Breitenfeldt (55.) war der Rostocker Widerstand gebrochen. Die Gäste konnten sich nach einer ganz starken zweiten Halbzeit, die sie mit 10:20 für sich entschieden, über den Auswärtssieg und das Erreichen der Hauptrunde freuen.

„Trotz des Misserfolgs werden die Mädchen mit den gemachten Erfahrungen wachsen“, war sich Ute Lemmel nach dem Spiel sicher. „Wir haben in der Halbzeit davor gewarnt, dass das Spiel jetzt noch einmal richtig losgeht. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, den Druck und die nötige Konzentration aufrechtzuerhalten.“

„Schade, da war mehr drin“, lautete die einhellige Meinung beim geneigten Rostocker Anhang. Zweifelsfrei hatte das Juniorteam des Rostocker HC die Vereinsfarben im höchsten Jugendwettbewerb des DHB würdig vertreten. Auch die Zusammenarbeit mit den Mecklenburger Vereinen, besonders aus Schwerin und Neubrandenburg, sind in der Außendarstellung nicht hoch genug zu bewerten und geben den Weg für die nächsten Jahre vor.

Für die Spielerinnen geht die Saison in ihren Vereinsmannschaften im Jugend- und natürlich auch im Frauenbereich am kommenden Wochenende weiter.

So spielte der Rostocker HC:

L. Clasen, S. Peters – N. Rotfuß (10), L. Slomka (10/1), R. Anderson, L. Johannisson (1), S. Müller, L. Schultz (2), F. Krüger, T. Alm (4), H. Naussed (4), M. Kloska (4), H. Strack (4), J. Krebs (3), A. Fränk (8/2)


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