Starke Torfrauen und das Comeback von Justine Schwarz

HV Grün-Weiß Werder – Rostocker HC 19:23 (11:10)

Die Handballerinnen des Rostocker HC hatten sich nach der 22:26-Heimpleite gegen Spandau fest vorgenommen, auswärts beim HV Grün-Weiß Werder wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. In der Summe der beiden Halbzeiten gelang dieses Vorhaben mit einem 23:19-Erfolg auch recht gut. Die Dolphins kletterten mit 14:6 Punkten und 45 Plustoren wieder auf den dritten Tabellenplatz der Oberliga Ostsee-Spree und haben die Spitze durchaus im Blick.

Von Cheftrainerin Ute Lemmel hörte man trotz des Erfolges nach der Partie doch ein ‚Aber‘: „Dass es kein Spaziergang wird, war uns allen klar. Die Mannschaft musste sehr viel Arbeit leisten, damit es für die zwei Auswärtspunkte reichte. Es dauerte zu lange, bis wir Zugriff auf das Spiel bekamen und die Kreisanspiele der Grün-Weißen unterbanden. Es lief bei uns von Minute zu Minute besser. So gesehen bin ich am Ende auch nicht unzufrieden mit der Mannschaft.“ Dabei hatten die Rostockerinnen keinen schlechten Start in die Partie. Treffer von Liza Johannisson, Nicole Rotfuß (2) und Victoria Schlegel brachten eine schnelle 4:1-Führung für die Gäste von der Küste. Als dann aber minutenlag nicht getroffen wurde und Victoria Schlegel nach dem 5:5 (13.) einen Siebenmeter nicht für einen erneuten Vorsprung nutzen konnte, kam die Defensive der Rostock Dolphins doch ins Schleudern.

„Hier war es den tollen Paraden von Nadine Berger im Tor zu danken, dass die Einheimischen sich nicht groß absetzen konnten. Sie hielt uns bis zum 10:11 zur Pause im Spiel“, lobte die RHC-Trainerin ihre „Miss Zuverlässig“, die auch drei Strafwürfe in der ersten Hälfte unschädlich machte. Weitere Freude löste bei ihr Justine Schwarz bei ihrem Comeback nach längerer Verletzungspause aus. Die 21-Jährige störte auf der vorgezogenen Abwehrposition die Kreise der Grün-Weißen und hatte auch im Vorwärtsgang eine gut organisierende Hand. Ihre beiden Treffer zum 12:12 (34.) und zum 15:12 (39.) kamen zum richtigen Zeitpunkt, um den Rostocker HC wieder in die Vorhand zu bringen.

Neben diesen beiden Akteuren wurde Rostocks zweite Torfrau zur weiteren Heldin bei den Dolphins. Als Sara Peters zwischen der 47. und 50. Minute gleich drei Strafwürfe in Folge in Manier eben einer Jugendauswahl-Keeperin parierte, war jeder Widerstand der Gastgeberinnen gebrochen. Zweimal Malin Stammer und einmal Victoria Schlegel legten vom 18:15 auf 21:15 (55.) nach. Der Rest war für die Rostock Dolphins dann nur noch Formsache. „Gegenüber dem letzten Heimspiel gegen Spandau war unsere Endkampfgestaltung in Werder deutlich besser, sodass unser Sieg auch mit vier Toren Vorsprung mehr als verdient war“, warf RHC-Vereinschef Olaf Meyer noch ein, der diesmal für den erkrankten Co-Trainer Torsten Deil auf der Bank saß.

Weiter geht es für die Dolphins am kommenden Sonnabend um 18:00 Uhr. Gegen Pfeffersport Berlin möchte die Mannschaft von Ute Lemmel und Torsten Deil mit weiteren zwei Punkten im letzten Heimspiel des Jahres den Kontakt zur Tabellenspitze auch über den Jahreswechsel wahren.

Spielfilm:

0:2, 1:4, 3:5, 5:5, 7:6, 8:8, 11:9, 11:10 – 12:12, 12:15, 14:16, 15:18, 15:21, 17:23, 19:23

Siebenmeter:

RHC: 5/3, Werder: 9/3

Zeitstrafen:

RHC: 8 Minuten, Werder: 6 Minuten

So spielte der Rostocker HC:

Nadine Berger, Sara Peters – Vanessa Bladt, Liza Johannisson (2), Justine Schwarz (2), Malin Stammer (5), Hanna Strack (1), Josephine Krebs (1), Frances Krüger, Antonia Fränk (3/1), Nicole Rotfuß (7), Victoria Schlegel (2/2), Rieke Anderson, Sarah Müller


Teile diesen Beitrag mit Deinen Freunden!