Dolphins unterliegen dem Tabellenführer

VfV Spandau – Rostocker HC 26:18 (14:5)

Die Damen des Rostocker HC haben das als Spitzenspiel angekündigte Duell mit dem VfV Spandau verloren. Beim Spitzenreiter der Oberliga Ostsee- Spree setzte es für das Team von Ute Lemmel und Torsten Deil am frühen Samstagabend ein 18:26 (5:14). Durch die sechste Saisonniederlage vergaben die Rostock Dolphins nicht nur ihre letzte Chance auf die Meisterschaft, sie rutschten auch in der Tabelle auf den dritten Platz ab. Neuer Zweiter ist der BFC Preussen, der daheim gegen Brandenburg- West gewinnen konnte. Die Spandauer Damen feierten derweil zwei Runden vor Saisonende die vorzeitige Viertligameisterschaft.

Der geneigte Rostocker Anhang, der die Delfine zahlreich nach Berlin begleitet hatte, musste sich an die Partie gegen die Füchse II am vorletzten Wochenende erinnert fühlen. Die RHC- Damen konnten die Anfangsphase der Begegnung erneut ausgeglichen gestalten, verloren aber anschließend wieder früh den Faden und mussten mit einem viel zu hohen Rückstand in die Pause. Nach einem wuchtigen Wurf von Alexandra Rohde an den Spandauer Pfosten konnte Nicole Rotfuß den Abpraller zum 4:3 für die Gäste verwerten: die erste Rostocker Führung nach knapp zehn Minuten- und leider auch die einzige. Der VfV Spandau antwortete und ging durch Dana Baerns wieder in Front (13.). Heim- Trainer Marcel Wiesner, der den RHC beim letzten Auftritt gegen Berlin Reinickendorf beobachtete, hatte seine Mannschaft gut auf das Rostocker Spiel eingestellt. Spandau störte früh den Aufbau der Delfine, die sich immer schwerer taten, Ideen zu entwickeln. Im Angriffsspiel machte der Spitzenreiter seine Sache gut, speziell seine Außen schlossen immer wieder klug und mit dem sprichwörtlichen „Auge“ ab. In der 16. Minute war es erneut Dana Baerns (mit fünf Treffern erfolgreichste VfV- Werferin), die einen Angriff von links per Heber ins lange Eck beendete (4:7). Trotz folgender Auszeit von Ute Lemmel war im Mecklenburger Spiel keine Besserung in Sicht. Zu brav in der Abwehr (in einer insgesamt fairen Partie gab es für beide Seiten je nur eine Zeitstrafe), zu harmlos im Angriff: Beim 5:9 durch Nicole Rotfuß eingangs der 20. Minute hatten sich erst zwei Rostocker Spielerinnen mit Torerfolg ins Protokoll eintragen dürfen. Und es sollte auch schon das letzte Tor in Halbzeit 1 für den RHC gewesen sein. Die Delfine verloren sich in Einzelaktionen, waren oft zu dicht an der Abwehr. Spandau nutzte die Schwächen und baute seine Führung bis zur Pause auf 14:5 aus.

Nach Wiederanpfiff zeigten sich die Rostock Dolphins zwar nicht runderneuert, aber deutlich entschlossener. Ein Doppelschlag durch Alex Rohde (per Siebenmeter) und Hanna Strack bedeutete das 7:14 aus Rostocker Sicht (34.). Als sich Malin Stammer in der 43. Minute entschloss, nicht die große Lücke, sondern doch lieber die kleinere von beiden in der Spandauer Abwehr zu wählen und zum 12:17 verkürzte, keimte so etwas wie Hoffnung auf eine Aufholjagd auf. Diese währte allerdings nur kurz. Der VfV zog die Zügel wieder an und kam durch Frauke Dingler zum 20:13 (47.). Leider viel zu selten machten die Gäste von der Ostsee das Spiel so schnell wie in der 53. Minute. Liza Johannisson fehlte in dieser Situation nur das Quäntchen Glück, als ihr Wurf am Pfosten landete. Da half kein Jammern- final galt es, einen verdienten 26:18- Heimsieg des VfV Spandau gegen den Rostocker HC zu quittieren. In der Summe hatten die Gäste schlichtweg zu wenig angeboten, um das Meisterschaftsrennen noch einmal spannend zu machen. Dass die zweite Halbzeit an diesem Samstag ergebnistechnisch an den RHC ging, mag Hoffnung machen, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man (im Nachgang betrachtet) das Spiel bereits in der erste Hälfte verloren hatte.

Die Delfine vom Rostocker HC müssen nun an den verbleibenden zwei Spieltagen auf einen Ausrutscher des BFC Preussen hoffen. Mit einem Punkt Rückstand auf Platz 2 gehen sie in den Saisonendspurt. Bei einem Verzicht des Meisters aus Spandau auf das Aufstiegsrecht würde der Vizemeistertitel die Möglichkeit bieten, dieses zu übernehmen. Das ist jedoch Zukunftsmusik. Der RHC muss dafür erst einmal seine Hausaufgaben erledigen. Mit dem HV Grün Weiß Werder im letzten Heimspiel am kommenden Sonnabend und bei Pfeffersport drei Wochen später haben die Damen zwei schwere Aufgaben vor sich. Der BFC Preussen muss am kommenden Samstag zu Schöneberg- Friedenau und hat beim Saisonfinale Heimrecht gegen Ahrensdorf/ Schenkenhorst.

Das Spiel der Dolphins gegen Werder wird am 6. April und 16 Uhr in der Fiete Reder Halle in Rostock- Marienehe angepfiffen.

Spielfilm:

1:1 (5.), 4:3 (10.), 4:6 (15.), 5:9 (20.), 5:12 (25.), 5:14 (Hz.) – 7:14 (35.), 10:17 (40.), 12:19 (45.), 14:21 (50.), 14:22 (55.), 18:26

Siebenmeter:

RHC: 3/2, VfV: 7/6

Zeitstrafen:

RHC: 2 Minuten, VfV: 2 Minuten

So spielte der Rostocker HC:

N. Berger, S. Peters – L. Schultz (1), C. Kordt, L. Johannisson (1), J. Schwarz (2), M. Stammer (1), A. Rohde (2/2), F. Krüger (1), S. Müller, H. Strack (3), N. Leonhardt, A. Fränk, N. Rotfuß (7)


Teile diesen Beitrag mit Deinen Freunden!