Dolphins mit zu vielen Baustellen

Füchse Berlin Reinickendorf II – Rostocker HC 25:23 (11:10)

Die Damen des Rostocker HC haben sich mit einer Niederlage in die Weihnachtspause verabschiedet. Gegen die Zweitvertretung der Füchse Berlin Reinickendorf setzte es am Samstagnachmittag eine 23:25 (10:11)- Auswärtsniederlage. Dennoch geht man mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer BFC Preussen (20:21- Heimniederlage gegen Wismar) als erster Verfolger in die Rückrunde.

Es dauerte einige Minuten, bis beide Mannschaften in der auch für diese Jahreszeit sehr kühlen Sporthalle des Romain Rolland Gymnasiums auf Betriebstemperatur kamen. Nicole Rotfuß erzielte das erste Tor der Begegnung (4.), Saskia Kobien glich im Gegenzug aus. Das Spielniveau war mäßig. Sowohl die Füchse als auch die Delfine bemühten sich um Spielkultur, waren in der Wahl der Mittel aber nicht sorgfältig genug. Zehn Tore nach etwas mehr als 16 Minuten, beim Stand von 5:5, sprachen eine deutliche Sprache. Defensiv war den Gästen aus Rostock zunächst nichts vorzuwerfen. Angeführt von Annelie Freitag im Tor ließ man wenig zu, doch aus den folgenden Ballgewinnen machte die Lemmel- Sieben leider zu wenig. Das Juniorteam der Füchse agierte sehr gut im Rückzugsverhalten und unterband zahlreiche Konterchancen. Im Positionsangriff taten sich die Rostocker Damen schwer, zu selten gingen sie in die Schnittstellen und ließen so den nötigen Druck vermissen, um die 6:0- Deckung der Füchse vor Probleme zu stellen. Die Versuche, mit dem Kopf durch die Wand, respektive mit Einzelaktionen durch den massiven Berliner Mittelblock zu wollen, kosteten viel Kraft und Nerven. Nora Leonhardt hatte am Kreis einen schweren Stand, einzig Nicole Rotfuß beließ die Delfine am Drücker. Ihr Tor zum 7:6 (23.) war bereits ihr fünftes in diesem Spiel. Ärgerlicherweise ließ sich der RHC gleich mehrmals von der schnellen Mitte der Gastgeberinnen im ersten Durchgang überrumpeln- so auch mit dem Pausenpfiff: Celina Koch traf zum 11:10 für die Füchse.

Auch in der zweiten Halbzeit begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Das 13:11 der Füchse (36.) egalisierten die Rostock Dolphins nur drei Minuten später, und auch das 17:14 (44.) konnte Nicole Rotfuß  ausgleichen (46.). Ein großes Manko im hanseatischen Spiel blieb die Chancenverwertung. Freilich fand man selbst bei Rückstand immer wieder Antworten, doch es fehlte an Beständigkeit. Zu oft gönnten sich die Rostockerinnen schöpferische Pausen, die sich letztendlich rächen sollten. Das war zunächst aber noch Zukunftsmusik. Victoria Schlegel sorgte mit ihrem verwandelten Siebenmeter, nebenbei bemerkt dem ersten für ihre Mannschaft im gesamten Spiel, für die erneute Mecklenburger Führung (20:19/ 49.). Diese sollte nicht lange Bestand haben. In der 50. Minute waren die Füchse wieder vorn (21:20). Das Spiel bog auf die Zielgerade und näherte sich der Entscheidung. Hier zeigte sich auch einer der Hauptgründe für die Rostocker Niederlage. Zweimal gelang aus freier Position nicht der Ausgleich, und auch die dritte Chance, die Berlin den Delfinen gab, konnte nicht genutzt werden. Der lange Ball von Annelie Freitag verfehlte die zum Konter gestartete Victoria Schlegel. Man investierte viel bei meist zu geringem Ertrag. Die Füchse erhöhten ihrerseits auf 22:20 (52.). Das war nicht die Entscheidung, zeigte aber, warum sich der Rostocker HC schlussendlich geschlagen geben musste. Man war nicht schlechter, hatte gefühlt sogar mehr Chancen, ließ aber zu viele von diesen liegen. Die junge Truppe der Füchse war auch nicht fehlerfrei, machte aber weniger von diesen und wirkte in der Schlussphase präsenter. Ihr Schlüssel zum Sieg war am Ende ihre beste Werferin. Shenara Weyland warf die letzten drei Berliner Tore, so auch den Treffer zum finalen 25:23.

Es war nicht der Nachmittag der Rostock Dolphins. Bei den zahlreichen Pfosten- und Lattentreffern kann durchaus von fehlendem Glück gesprochen werden. In Summe mit der beschriebenen Abschlussschwäche und der teilweise fehlenden Präsens im Rückzugsverhalten war diese Niederlage selbstredend unnötig, doch nicht unverdient. Mit dem Juniorteam der Füchse Berlin Reinickendorf hatte das letzte Spiel der Hinrunde ohne Frage einen adäquaten Sieger.

Für die Frauen des RHC geht es im neuen Jahr mit einem Auswärtsspiel weiter. Zu Beginn der Rückserie werden sie am Samstag, den 13. Januar um 18 Uhr vom Tabellenachten Pfeffersport e.V. erwartet. Anschließend trifft man am 20. Januar um 16 Uhr mit dem BFC Preussen auf den Tabellenführer.

Spielfilm:

1:1 (5.), 3:2 (10.), 3:4 (15.), 6:5 (20.), 7:7 (25.), 10:11 (30.) – 11:12 (35.), 13:14 (40.), 16:17 (45.), 20:21 (50.), 22:22 (55.), 23:25 (60.)

Siebenmeter:

RHC: 2/2, Füchse: 7/7

Zeitstrafen:

RHC: 6 Minuten, Füchse: 4 Minuten

So spielte der RHC:

N. Berger, A. Freitag – V. Bladt (1), C. Kordt (2), L. Johannisson (1), J. Schwarz (1), K. Wahl, N. Leonhardt (1), A. Fränk, N. Rotfuß (11), V. Schlegel (6/2)


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