Dolphins feiern klaren Heimsieg

Rostocker HC – Berliner TSC 34:11 (17:8)

Die Damen des Rostocker HC haben ihr Heimspieljahr mit einem deutlichen Sieg beendet. Am Samstagnachmittag feierten die Dolphins auf eigener Platte einen ungefährdeten 34:11 (17:8)- Erfolg gegen den Berliner TSC. Durch den siebten Saisonsieg und aufgrund der verlorenen Punkte der TSG Wismar am grünen Tisch wird der RHC die Hinrunde auf jeden Fall als Tabellenzweiter beenden. Wie groß die sportliche Freude letztendlich unter dem Weihnachtsbaum sein wird, hängt auch vom letzten Auftritt am kommenden Samstag bei der Zweitvertretung der Füchse ab.

Der Sieg war deutlich, allerdings erwischte erneut der Rostocker Gegner den besseren Start. „Dass wir in dieser Saison mal wieder das erste Tor werfen und früh in Führung gehen, wäre wünschenswert“, so der kritische Kommentar von Rostocks Trainerin Ute Lemmel nach dem Spiel. Unzufrieden war die Übungsleiterin nach Abpfiff dann aber nicht. Ihre Mannschaft egalisierte den 0:1- Rückstand postwendend, und nach dem 4:2 durch die bestens aufgelegte Antonia Fränk nahm TSC- Trainer Jens Dannies eine frühe Auszeit (8.). Seiner jungen Mannschaft half die kurze Besprechung aber nicht dabei, besser ins Spiel zu finden. Der RHC bestimmte das Geschehen und war in praktisch allen Belangen überlegen. Nora Leonhardt markierte das 5:2 (9.), und mit ihrem vierten Tor sorgte Antonia Fränk nach knapp 20 Minuten für einen gewissen Wohlfühlfaktor in der Fiete- Reder- Halle (13:6). An dieser Stelle von einer frühen Vorentscheidung zu sprechen, wäre normalerweise übertrieben, doch die Gäste aus der Hauptstadt agierten zu harmlos, um in einen Lauf zu kommen, oder den Erfolg der Lemmel- Sieben an diesem Tag in Gefahr zu bringen. Die Rostocker Abwehr trat aufmerksam auf und ließ wenig Gefährliches zu. Vorn lief der Ball zügig, und so ergaben sich immer wieder schöne Abschlussmöglichkeiten. Einzig die Verwertung dieser ließ phasenweise zu wünschen übrig. Das war freilich ein Jammern auf hohem Niveau, da die Dolphins beim Pausenstand von 17:8 mit Beifall in die Kabine verabschiedet wurden.

Liza Johannisson eröffnete nach Wiederanpfiff den Torreigen der zweiten Halbzeit: Der RHC war das erste Mal mit zehn Toren in Front (18:8). Dem Berliner TSC wollte auch im zweiten Durchgang wenig gelingen. Viele Aufbaufehler und ungenaue Abschlüsse hinderten den Tabellenletzten an einer besseren Ergebnisgestaltung. Noch vor der Halbzeit hatte Monique Günther einen Siebenmeter zum 16:8 verwandelt (26.), doch erst in der 37. Minute war man in Person von Rike Wolf wieder erfolgreich. Die elfminütige Durststrecke sprach Bände. Zu überlegen waren die Rostockerinnen an diesem Tag. Auch das Personal im Rostocker Tor trug dazu bei, dass der Nachmittag in ruhigen Bahnen verlief. Sowohl Annelie Freitag, als auch Nadine Berger (nach der Pause) konnten sich mehrmals auszeichnen. Dies galt auch für Berlins Malisa Schmidtke. Mit einigen sehenswerten Paraden verhinderte die TSC- Schlussfrau eine höhere Niederlage. So blieb sie im direkten Duell gegen Nicole Rotfuß und Victoria Schlegel bei einer Rostocker Doppelchance die Siegerin (38.). Da ihre Mannschaft aber im zweiten Durchgang lediglich dreimal erfolgreich war, konnte auch Malisa Schmidtke am Spielverlauf und dem finalen Resultat wenig ändern. Beim 24:10 warf Monique Günther das zehnte Berliner Tor (42.), und über die Stationen 27:10 (47.) sowie 30:11 (54.) lief der Dolphins- Zug beim 34:11 durch Nicole Rotfuß (60.) in den finalen Bahnhof ein. Victoria Schlegel war mit acht Toren an diesem Nachmittag erfolgreichste Werferin.

Ihre Trainerin war im anschließenden Gespräch verständlicherweise mit dem „verdienten Sieg“ zufrieden: „Wir haben aus allen Positionen Gefahr ausgestrahlt und mit plus 23 auch etwas für das Torverhältnis getan. Natürlich hätte es auch das eine oder andere Tor mehr sein können, aber insgesamt war das schon okay“, so Ute Lemmel mit einem Blick auf die aktuelle Tabelle. Die Situation, die durch den Punkteverlust der TSG Wismar entstanden ist, und den Rostocker HC auf Platz 2 der Tabelle sieht, wurde von ihr und Co- Trainer Philipp Heidmann anschließend ebenfalls analysiert: „Solch eine Situation, in der Wismar jetzt steckt, ist für jeden Verein dramatisch. Da verbietet sich jede Häme. Vor Jahren hat so etwas Bayer Leverkusen in der Bundesliga viele Punkte gekostet.“ „Außerdem warten wir mal ab, ob sich in der Sache juristisch noch etwas bewegt. In vergangenen Spielzeiten hat es das immer mal wieder gegeben“, ergänzte Philipp Heidmann. Das Wort (Wieder-) Aufstieg will man in Rostock nicht nur deswegen vorerst nicht in den Mund nehmen: „Wir haben alle gesehen, wie inkonstant wir in dieser Saison aufgetreten sind, teilweise sogar während der Spiele. Das ist alles weit weg. Wir haben jetzt das letzte Spiel der Hinrunde gegen die Füchse. Als Zweitvertretung sind sie auch immer eine Wundertüte. Wer weiß, ob die erste Mannschaft nicht die eine oder andere nach unten abgibt? Das ist also kein Selbstläufer, und das neue Jahr beginnt für uns mit einem schweren Auswärtsspiel gegen Pfeffersport- dann kommt Preussen. Es ist also viel zu früh, um darüber zu reden.“  Wie alle Rostocker Handballfreunde wünscht sich auch Ute Lemmel einen schönen Jahresabschluss im kommenden Spiel und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wie gesagt, in Berlin, und gerade bei den Füchsen, ist es immer schwer, aber natürlich wollen wir dort etwas mitnehmen. Das ist doch ganz klar.“

Am kommenden Sonnabend ist um 16 Uhr in Berlin Anwurf. Für ein paar Schlachtenbummler ist laut Philipp Heidmann im Mannschaftsbus noch Platz. „Wir werden auswärts immer toll unterstützt. Wer also noch Lust verspüren sollte, am Samstag mitzukommen, ist herzlich eingeladen.“

 Spielfilm:

2:2 (5.), 6:4 (10.), 9:5 (15.), 13:6 (20.), 16:7 (25.), 17:8 (30.) – 21:8 (35.), 23:9 (40.), 26:10 (45.), 28:11 (50.), 30:11 (55.), 34:11 (60.)

Siebenmeter:

RHC: 8/6, TSC: 3/2

Zeitstrafen:

RHC 8 Minuten, TSC 12 Minuten + Disqualifikation o. B. für Josefine Gorka (59.)

So spielte der Rostocker HC:

N. Berger, A. Freitag – V. Bladt (1), C. Kordt (2), L. Johannisson (2), M. Stammer (3), K. Wahl (2), N. Leonhardt (4), A. Fränk (6), N. Rotfuß (6), V. Schlegel (8/6)


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