Dolphins fahren Ernte in Werder ein

HV Grün Weiß Werder – Rostocker HC 19:21 (12:10)

Ungewöhnlich früh im Jahr haben die Damen des Rostocker HC die Erntesaison im brandenburgischen Werder eröffnet. In der für ihren Obst- und Weinanbau bekannten Blütestadt ernteten die Dolphins beim 21:19 (10:12)- Auswärtssieg gegen den HV Grün- Weiß zwei Punkte. Da die Trauben an diesem Sonnabend hoch hingen, war ein großer kämpferischer Einsatz notwendig, um die Punkte mit an die Ostsee zu nehmen. In der Tabelle liegt der RHC weiter punktgleich mit dem VfV Spandau auf Platz 3. Nach der Osterpause werden die Berlinerinnen der nächste Gegner sein.

Die Partie in der Sporthalle am Ernst- Haeckel- Gymnasium war in der ersten Halbzeit ausgeglichen. Zunächst legten die Gastgeberinnen vor, und der Rostocker HC antwortete: Alex Rohde glich mit einem Distanzwurf zum 3:3 aus (6.), und Antonia Fränk verwandelte nur Sekunden später ihren Siebenmeter zur ersten Rostocker Führung. Mit einem frechen Lupfer verwertete sie in der neunten Minute auch ihren zweiten Siebenmeter und stellte auf 6:4 aus der Sicht der Gäste. So richtig Sicherheit wollte bei ihrer Mannschaft auch mit der Führung im Rücken nicht aufkommen. Zwar konnten diesmal durchaus Akzente aus dem Rückraum gesetzt werden, dafür ließ das Mecklenburger Umschaltspiel zu wünschen übrig. Die erste und zweite Welle verliefen zu oft im Sande, und dass an der Havel ein durchaus schnittiger Handball gespielt wird, war bereits im Hinspiel klargeworden. Die grün- weißen Gastgeberinnen konnten nicht nur ausgleichen- ihre beste Werferin Juliane Wille (insgesamt acht Tore) sorgte in der 14. Minute in Überzahl für die erneute Führung (8:7). Ute Lemmel nahm eine Auszeit und wechselte im Tor auf Nadine Berger, die sich im weiteren Verlauf des Spiels, nach überstandenden Knöchelproblemen, einige Sporen verdienen sollte. Auch bei Werder gab es einen Tausch auf der Torhüterposition. Auf Katharina Dörner folgte Sandra Schmidt, die nicht nur den Siebenmeter von Antonia Fränk parierte, sondern auch den Nachwurf an den Pfosten guckte (18.). So blieb es bei der knappen Führung für die Heimmannschaft, die insgesamt körperlich robuster wirkte. Kurz vor dem Seitenwechsel zog Sarah Müller im Trikot der Dolphins aus dem Rückraum ab und verkürzte auf 10:11, doch leider gab es noch vor der Pausensirene eine Parallele zum Hinspiel. Wie im November war es wieder Josefine Nehls, die mit dem Pfiff den Ball im Rostocker Tor unterbrachte. Ihr Wurf aus einem quasi Nullwinkel sorgte für die 12:10- Pausenführung der Gastgeberinnen.

Ein Pausenrückstand, ein Gegentor mit dem Halbzeitpfiff, doch dann ein starker Rostocker Wiederbeginn- die Synchronität mit dem Hinspiel sollte sich fortführen. Die Delfine von der Ostsee kamen (see)bärenstark aus der Kabine. In der Abwehr rührten sie Beton an, vorn warfen sie nicht nur den Ausgleich, sondern auch die Führung heraus. Antonia Fränk traf zum 13:12 (37.). Werder war erst nach etwas mehr als neun Minuten im zweiten Durchgang erstmals erfolgreich. Petra Schemel traf zum 13:14 (40.). Als Liza Johannisson in der 46. Minute mit ihrem zweiten Tor auf 17:14 stellte, sah sich Heim- Coach Steffen Scherping genötigt, die grüne Karte zu ziehen- Zeit zum Nachjustieren auf beiden Seiten. Beim RHC gelang dies augenscheinlich besser. Zwei Überzahlsituationen konnten die Gäste nutzen. Alexandra Rohde, diesmal mit sechs Toren erfolgreichster Delfin, traf doppelt und Sarah Müller zum 20:14 (53.). Knapp sieben Minuten vor dem Ende sahen die Rostock Dolphins wie die sicheren Sieger aus. Doch es sollte noch einmal richtig eng werden. Nun war man selbst in Unterzahl, und es wollte nach vorn nicht mehr richtig laufen. Ein weiterer Siebenmeter wurde vergeben, plötzlich war der HV Grün- Weiß Werder wieder da. Eingangs der 59. Minute traf Juliane Wille zum 19:20. Der schon sicher geglaubte Sieg war wieder in Gefahr. Für Erleichterung sorgte schließlich Antonia Fränk, die nur Sekunden später ihren Siebenmeter verwandelte und so für den 21:19- Endstand sorgte.

„Zum Ende hin ist es noch einmal eng geworden, weil wir uns unserer Sache zu sicher waren“, so Ute Lemmel nach dem Spiel. „Da haben wir plötzlich Fehler gemacht, die absolut unnötig waren. In der ersten Halbzeit haben wir den Druck im Konterspiel vermissen lassen. Da hat zu oft die Abstimmung gefehlt. Mit der Leistungssteigerung nach der Halbzeit hat sich die Mannschaft den Sieg aber durchaus verdient“, meinte die Rostocker Trainerin abschließend. Ihr Co- Trainer Philipp Heidmann fand lobende Worte für den Gegner: „Werder war uns körperlich überlegen, hat da vielleicht zu wenig Kapital daraus geschlagen. Ihre Abstimmung zwischen Block und Torhüterin war super, da haben wir uns sehr schwergetan. Insgesamt freuen wir uns natürlich über den Sieg. Die Schlussphase muss für alle aber auch eine Warnung sein.“

Bis es in die Schlussphase der Oberligasaison geht, bleibt für die Rostock Dolphins genug Zeit, in Ruhe Ostereier zu suchen bzw. sich auf die noch ausstehenden Aufgaben vorzubereiten. Am Samstag, den 14. April erwarten sie, wie eingangs erwähnt, den VfV Spandau. Anwurf wird um 15 Uhr in der OSPA|Arena sein. Anschließend folgt am 28. April der letzte Auswärtsauftritt beim Berliner TSC. Das Saisonfinale bestreiten die Delfine auf heimischer Platte. Am 5. Mai ist um 16 Uhr die Zweitvertretung der Füchse Berlin Reinickendorf in Rostock zu Gast.

Siebenmeter:

RHC: 9/6, HV GW: 4/3

Zeitstrafen:

RHC: 4 Minuten, HV GW: 6 Minuten

So spielte der Rostocker HC:

N. Berger, S. Peters – V. Bladt (3), J. Krebs (2), L. Johannisson (2), J. Schwarz (2), M. Stammer, A. Rohde (6/3), S. Müller (2), A. Fränk (4/3)


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