Chance verpasst

SG OSF Berlin – Rostocker HC 29:18 (15:8)

Ein Spiel wird in der Abwehr gewonnen. Für diesen Spruch sind in den letzten Jahren wahrscheinlich bereits Hunderte von Euro in das berühmte Phrasenschwein gewandert und doch gibt es zu dieser Aussage auch eine andere Seite: Wenn die Abwehr an einem Tag einmal nicht so steht, dann muss wenigstens der Angriff effektiv arbeiten.

Genau das bekamen die Dolphins am Samstagabend bei der SG OSF Berlin zu spüren. Mit 21 Fehlwürfen, davon 5 verworfenen Siebenmetern und 3 verschenkten Gegenstößen, kann man ein Spiel nicht gewinnen. Ganz klar, die OSF-Torhüterin erwischte gegen die Delfine einen ganz starken Tag, aber die Chancenverwertung der Ostseestädterinnen kann man in diesem Spiel durchaus mit dem Wort „mangelhaft“ beschreiben.

Um es deutlich zu sagen, auch Nadine Berger und später im zweiten Durchgang Sara Peters zeigten einige schöne Paraden, aber sie wurden von ihrer Abwehr viel zu oft im Stich gelassen. Es fehlte häufig das Übergeben und Übernehmen der Kreisläuferin, gegen den Rückraum wurden Würfe nicht geblockt. Und so konnten die Einheimischen das bereits klare 15:8 zur Pause bis zum Schlusssignal noch auf 29:18 ausbauen.

Man kann sicher zahlreiche Gründe für diese Niederlage finden. So standen dem Trainerteam Ute Lemmel und Torsten Deil in der Hauptstadt aus Verletzungsgründen nur 11 Spielerinnen, davon 8 A- bzw. A II-Jugendliche, aus dem 18-köpfigen Kader zur Verfügung. Hinzu kam eine 20 minütige Verspätung des Anwurfs und das übliche Problem des Spielens ohne „Backe“ in Berlin. Und doch sind das alles auch aus Sicht der Cheftrainerin keine Entschuldigungen für den Auftritt ihrer Mannschaft in der Hauptstadt: „Diese Spielerinnen wollen den Aufstieg in die dritte Liga. Da dürfen wir uns nicht hinter irgendwelchen Ausreden verstecken. Wir haben heute ganz deutlich gesehen, dass wir nur als Mannschaft erfolgreich auftreten können. Das ist sicher ein Lernprozess für mein Team, aber ich wünsche mir natürlich sehr, dass das alle rechtzeitig verinnerlichen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns alle auf das Wesentliche konzentrieren. Und das ist natürlich die erste Frauenmannschat. Allen Spielerinnen muss bewusst werden, dass diese oberste Priorität in dieser Saison hat.“

Bei aller Kritik: Die Rostockerinnen haben es nach wie vor selbst in der Hand. Wichtig ist, dass die Mannschaft in den nächsten Spielen eine deutliche Reaktion zeigt. Dass sie dazu in der Lage ist, hat sie bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Bereits am kommenden Sonnabend beim TSV Rudow soll diese Reaktion erfolgen. Anwurf in Berlin ist um 17:00 Uhr, interessierte Fans können sich gern über unsere Website zur Mitfahrt im Mannschaftsbus anmelden.

Spielfilm:

0:1, 5:1, 6:4, 8:5, 12:6, 14:8, 15:8 – 15:9, 16:11, 20:11, 24:12, 24:14, 27:16, 29:17, 29:18

Siebenmeter:

RHC: 6/1, OSF: 6/4

Zeitstrafen:

RHC: 6 Minuten, OSF: 6 Minuten

So spielte der Rostocker HC:

Nadine Berger, Sara Peters – Vanessa Bladt (3), Frances Krüger (2), Sarah Müller, Rieke Anderson (1), Hanna Strack, Josephine Krebs (2), Antonia Fränk (2), Nicole Rotfuß (6/1), Victoria Schlegel (2)

 


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